Mittwoch, 14. Juli 2004

Alitalia gerettet: EU will Übergangskredit der italienischen Regierung akzeptieren

  • Banken wollen Gesellschaft mit 400 Mio. € finanzieren
  • Italien muss 62 Prozent-Anteil allerdings verringern

Die EU-Kommssion ist unter Auflagen bereit, einen Überbrückungskredit für die angeschlagene Alitalia über 400 Mio. Euro von der Regierung zu genehmigen. Die Regierung Berlusconi muss sich dafür jedoch verpflichten, die mehrheitlich staatliche Airline in maximal 12 Monaten zu privatisieren, forderte EU-Verkehrskommissarin Loyola de Palacio. Derzeit hält das römische Schatzministerium einen 62-Prozent-Anteil an Alitalia.

Der staatlich garantierte Kredit wird laut Zeitungsbericht voraussichtlich von sieben Gläubigerbanken finanziert, darunter Banca Intesa, UniCredito Italiano, Capitalia und Deutsche Bank. "Mehrere Banken haben sich bereit erklärt, diesen Kredit zu finanzieren", erklärte Alitalia-Chef Giancarlo Cimoli.

De Palacio verlangt, dass die Airline keine weiteren Staatshilfen erhält und ihre Flotte nicht aufstockt. Die EU-Kommissarin drängte am Dienstag auch auf eine Umstrukturierung des Alitalia-Personals. Über Stellenkürzungen bei Alitalia hat die italienische Regierung noch keinen Beschluss gefasst. Sie wartet auf Cimolis Sanierungsplan, der bis Ende Juli vorgestellt werden soll.

Das grüne Licht der EU-Kommissarin zum Überbrückungskredit löste Unmut in der rechtspopulistischen Regierungspartei Lega Nord aus. Die beiden Lega-Minister, Arbeitsminister Roberto Maroni und Justizminister Roberto Castelli, hatten sich im Juni geweigert, für den Überbrückungskredit zu stimmen. "Diese Maßnahme widerspricht den Prinzipien der EU", so Maroni. Die Lega Nord, drittstärkste Partei im römischen Regierungsbündnis, warnt seit Wochen, dass die Überbrückungsfinanzierung eine Art von Subvention sei.
(apa)

14.7.2004 12:23