Steuerloch wird größer: Am Jahresende werden 1,5 Milliarden Euro fehlen
- Deutlicher Einbruch bei der Körperschaftssteuer
Mit einem Steuerloch von 1,5 Milliarden Euro am Jahresende wird im Finanzministerium gerechnet. Anhand der vorliegenden Daten über die Steuereinnahmen zwischen Jänner und Juni 2004 sei absehbar, dass bis Jahresende deutlich mehr als die bisher genannte Euro-Milliarde in der Kasse fehlen wird.
Besonders deutlich sei der Einbruch bei der Körperschaftssteuer, deren Tarif im Zug der Steuerreform von 34 auf 25 Prozent senkt wird. Im ersten Halbjahr führten die Unternehmen von ihren Gewinnen um rund 25 Prozent oder 470 Millionen Euro weniger an KöST ab als im Vergleichszeitraum 2003. Erklärt wrid dies wie bei den meisten anderen Steuerarten auch mit der nur schleppend anspringenden Konjunktur.
Rückgänge gibt es auch bei der Einkommenssteuer und Vermögenssteuer. Günstiger entwickelt haben sich laut "Standard" nur die Versicherungssteuer und vor allem die Mineralölsteuer. Leztere liegt beim Halbjahresergebnis um 150 Millionen Euro oder fast zwölf Prozent über dem Wert der ersten sechs Monate 2003.
Unterm Strich stehe zwar in der Halbjahresbilanz von Finanzminister Grasser ein Plus auf der Einnahmenseite von rund fünf Prozent, budgetiert waren aber fast acht Prozent.
Das Finanzministerium hält trotz der mageren Steuereinnahmen am prognostizierten Budgetdefizit für heuer von 1,1 Prozent fest, dies sei aber die "Untergrenze". Das Institut für Höhere Studien spricht von 1,3 Prozent, Nationalbank und EU-Kommission reden bereits von 1,4 Prozent Defizit. Jedes Zehntel Prozentpunkte bedeuten einen zusätzlichen Fehlbetrag von rund 230 Millionen Euro. (apa)

