Montag, 12. Juli 2004

Endlose Geschichte Yukos-Prozess: Verhandlungen wieder vertagt

  • Nach kurzer Sitzung Verschiebung

Der Prozess gegen den früheren Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowski, ist am Dienstag erneut vertagt worden. Nach kurzer Sitzung teilten die Richter mit, der Prozess werde am Mittwochnachmittag fortgesetzt. Sie lehnten zudem einen Antrag des ebenfalls angeklagten Platon Lebedew ab, aus Gesundheitsgründen auf Kaution entlassen zu werden.

Lebedew ist ein enger Partner Chodorkowskis. Beiden werden unter anderem Betrug und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen zehn Jahre Haft. Die beiden Angeklagten waren im Gerichtssaal und schienen in guter Verfassung zu sein.

Das Verfahren gegen Chodorkowski wird weithin als politisch motiviert betrachtet, da dem früheren Yukos-Chef Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt werden. Er hatte zudem vor seiner Verhaftung mehrere oppositionelle liberale Parteien finanziell unterstützt.

Die russischen Behörden verlangen von Yukos die Begleichung von sieben Mrd. Dollar (5,65 Mrd. Euro) an Steuerschulden. Nach Darstellung des Konzerns würde das dessen Bankrott bedeuten.
(apa)

12.7.2004 12:23