Montag, 12. Juli 2004

Öl treibt Inflationsrate im Juni auf 2,3%: Größter Preisanstieg seit Oktober 2001!

  • Kraftstoffe und Nahrungsmittel als Inflationstreiber
  • Inflation im Mai bei 2,1 Prozent, im April bei 1,6 Prozent

Die anhaltende Verteuerung der Treibstoffpreise wegen höherer Ölpreise hat die Inflationsrate in Österreich im Juni 2004 bis auf 2,3 Prozent hochgetrieben. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2001, als die Teuerungsrate 2,5 Prozent betrug. Im Vormonat Mai lag die Inflationsrate bei 2,1 Prozent, im April bei 1,6 Prozent, wie die Statistik Austria heute, Freitag, mitteilte.

Vor allem die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel erwiesen sich nach Angaben der Statistik Austria als Inflationstreiber. Sie waren im Juni um durchschnittlich 15 Prozent teurer als vor einem Jahr. Die Treibstoffpreise verharren damit 4,4 Prozent über dem hohen Niveau des Jahres 2000. Normalbenzin ist um 17 Prozent, Superbenzin um 16 Prozent und Diesel um 15 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Flugtickets verteuerten sich im Jahresabstand um 32 Prozent.

Der für die Währungsunion berechnete harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) legte im Juni ebenfalls um 2,3 Prozent zu.

Inflation der Eurozone bei 2,4 Prozent
Die jährliche Inflationsrate der Eurozone ist im Juni auf 2,4 Prozent gesunken, gegenüber 2,5 Prozent im Mai. In der ganzen EU betrug die jährliche Teuerungsrate (HVPI) im Juni unverändert 2,4 Prozent, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg mitteilte. Im Juni des Vorjahres war die Inflation in der Eurozone noch bei 1,9 Prozent gelegen. Treibstoffe, Tabakprodukte und Heizöl trieben die Preise am stärksten nach oben.

Die niedrigsten jährlichen Raten wurden im Juni in Finnland (minus 0,1 Prozent), Dänemark (0,9 Prozent), Litauen (1,0 Prozent) und Schweden (1,2 Prozent) verzeichnet. Am höchsten war die Teuerungsrate in der Slowakei (8,1 Prozent ), Ungarn (7,5 Prozent), Lettland (6,1 Prozent) und Estland (4,4 Prozent).

Kraftstoffe trugen laut Eurostat am stärksten zur Erhöhung der Inflation in den einzelnen Ländern bei, gefolgt von Tabak und Heizöl, während Telekommunikation, Bekleidungsartikel und Fahrzeuge den stärksten Einfluss auf ihre Senkung hatten. Die höchsten monatlichen Raten wurden laut Eurostat für Restaurants und Hotels sowie Freizeit und Kultur verbucht, die niedrigsten für Bekleidung und Schuhe sowie Verkehr.
(apa)

12.7.2004 08:23