Die Schreckensvision: Ferrari bastelt schon jetzt am WM-Titel 2005!
- "Wir schlafen nicht und arbeiten, denn wir lieben Siege"
- Schumi könnte schon am 29. August über 7. Titel jubeln
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Die "Silberpfeile" wittern Morgenluft - doch Michael Schumacher bastelt schon am neuen Ferrari für 2005. Während McLaren-Mercedes auf ein versöhnliches Saisonende baut und nach dem geglückten Comeback in Silverstone dem Rekord-Weltmeister wenigstens die frühe Feier zum siebenten Titel verderben will, wird in Maranello bereits mit Hochdruck am "Projekt WM-Titel Nummer acht" gearbeitet. "Wir schlafen nicht und arbeiten, denn wir lieben die Siege", kündigte der Fast-Weltmeister an.
Sein Technikchef Ross Brawn stoppte die Entwicklung für den aktuellen Rennwagen F2004: "Wir haben schon mit der Arbeit am Auto für das kommende Jahr begonnen." Beide WM-Titel sind Schumacher und Ferrari praktisch nicht mehr zu nehmen. "Vielleicht können wir es ihm ein wenig schwerer machen", hofft Mercedes-Chef Jürgen Hubbert.
Nach dem ersten Podestplatz der Saison durch den auf Rang zwei hinter Schumacher gefahrenen Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen war die Welt beim britisch-deutschen Team wieder in Ordnung. "Wir haben noch einiges in der Röhre und hoffen bis Hockenheim noch einen großen Schritt machen zu können", sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.
"Wir haben nie nachgelassen"
"Nun zahlt sich all die harte Arbeit aus, die alle in der Fabrik geleistet haben. Wir haben nie nachgelassen", meinte Schumacher nach seinem 80. Karriere-Erfolg. "Jetzt habe ich meine Silverstone-Bilanz ein wenig aufgebessert. Vor diesem Rennen bekam ich ja ständig erzählt, wie selten ich hier gewonnen habe. Ich denke, als nächstes muss ich jetzt meine Hockenheim-Bilanz aufbessern", stellte der 35-Jährige auf seiner Homepage (www.Michael-Schumacher.de) fest.
Doch beim Großen Preis von Deutschland in der nächsten Woche wollen auch die Silberpfeile glänzen. Das Heimspiel wird zur Nagelprobe für den neuen Wagen MP4-19B. "Das war ein prima Start, denn wir fahren ja erst das zweite Rennen mit dem Auto", jubelte Räikkönen, der bald seine Freundin Jenni heiraten wird. Nach acht Ausfällen in zehn Rennen bescherte Silverstone dem britisch-deutschen Team das so dringend ersehnte Erfolgserlebnis.
"Das war eine harte Schule", sagte Haug und bekannte: "Ich bin manchmal dagestanden und habe gedacht, es kann nicht sein." Vorstand Hubbert stellte fest: "Unsere Leute haben in den letzten Monaten gelitten wie die Hunde." McLaren-Mercedes hat aufgeholt, doch auf dem Niveau von Ferrari ist das Team noch lange nicht. Für seine schnellste Runde in Silverstone benötigte der Rekordweltmeister 1:18,739 Minuten - Räikkönen fuhr in 1:19,554 acht Zehntelsekunden langsamer.
Schumis WM-Triumph schon am 29. August?
Sollte Michael Schumacher weiter wie am Fließband siegen, kann er schon am 29. August in Spa seinen siebenten WM-Titel feiern. Allerdings dürfte dafür sein ärgster Verfolger Rubens Barrichello bei den nächsten drei Grand Prix' in Hockenheim, Budapest und Spa nur 16 Punkte sammeln. Ein Barrichello-Ausfall in den nächsten drei WM-Läufen könnte dem Deutschen also für den frühzeitigen Titelgewinn reichen. Schumacher hat nach zehn Siegen in elf Saison-Rennen 100 Zähler eingefahren.
Falls Schumachers brasilianischer Teamkollege bis Spa aber mehr als 16 Zähler gewinnt, könnte sein Chef erst beim Ferrari-Heimspiel in Monza am 12. September jubeln. Theoretische WM-Chancen haben neben Barrichello (74 Punkte) auch noch BAR-Honda-Pilot Jenson Button (53) sowie die Renault-Fahrer Jarno Trulli (46) und Fernando Alonso (33) . In diesem Fall müsste es aber zu wahren Ausfallorgien der Ferrari in den letzten sieben Saison-Rennen kommen.
Den Konstrukteurs-Titel könnte sich die "Scuderia" schon am Sonntag nächster Woche auf dem Hockenheimring sichern. Das wäre der Fall, wenn es wieder einen Ferrari-Doppelsieg gibt und Renault nicht mehr als fünf Punkte holt. Es wäre der insgesamt 14. Konstrukteurs-Titel für Ferrari bzw. der sechste in Folge.
(apa/red)
