Mittwoch, 14. Juli 2004

Kein Drängeln um die Völler-Nachfolger:
DFB muss jetzt auch im Ausland suchen

  • Hiddink, Olsen und Wenger als Wunschkandidaten

Erstmals in seiner 104-jährigen Geschichte erwägt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die Einstellung eines ausländischen Bundestrainers. "Die Tendenz geht dahin, dass es ein Ausländer wird", verkündete Franz Beckenbauer im Anschluss an die Sitzung der Trainerfindungskommission und bestätigte damit, dass der DFB die verzweifelte Suche nach einem Nachfolger von Rudi Völler über die Grenzen hinweg ausweitet.

Zwar zählen deutsche Trainer zu den besten der Welt und gelten seit Jahren als Exportschlager, doch für den vakanten Posten des Bundestrainers sind die meisten offenbar nicht gut genug. Seit den Absagen der Wunschkandidaten Ottmar Hitzfeld und Otto Rehhagel werden an erster Stelle die Namen von Guus Hiddink (PSV Eindhoven), Morten Olsen (Nationalcoach Dänemark) und auch Arsene Wenger (Arsenal London) gehandelt.

"Wir haben uns auf einen Arbeitsplan verständigt. Möglich, dass schon in den nächsten Tagen erste Resultate vermeldet werden können", sagte Beckenbauer.

In Deutschland waren ausländische Fachkräfte bislang nur auf Vereinsebene gefragt. Trainer wie Ernst Happel (Hamburger SV), Branco Zebec und Giovanni Trapattoni (beide Bayern München) feierten mit ihren Mannschaften auf nationaler und internationaler Ebene große Erfolge. Derzeit sind in der Bundesliga mit dem Niederländer Bert van Marwijk (Borussia Dortmund), dem Belgier Erik Gerets (VfL Wolfsburg) und dem Österreicher Kurt Jara (1. FC Kaiserslautern) drei Ausländer beschäftigt.

In Krisenzeiten hat der DFB in der jüngsten Vergangenheit daher lieber auf erfolgreiche Ex-Profis ohne Trainer-Lizenz gesetzt. Das war so bei Franz Beckenbauer, der 1984 das Amt von Jupp Derwall übernahm, und auch bei Rudi Völler, der 2000 Erich Ribbeck nachfolgte. (apa)

14.7.2004 14:04