Terror im Irak: Verheerende Autobombe vor Polizeiwache fordert 68 Tote
- Attentäter sprengte potentielle Rekruten in die Luft
- Vor Gebäude hatten sich rund 250 Menschen angestellt
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Wegen "moralischer Qualitäten" überlebt
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Anschläge überschatten die "Nationalkonferenz"
Bei einem verheerenden Selbstmordanschlag im Zentrum der irakischen Stadt Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, sind nach Krankenhausangaben 68 Menschen ums Leben gekommen und 90 verletzt worden. Der Attentäter sprengte sein Fahrzeug vor einer Polizeiwache in die Luft.
Der blutigste Tag im Irak, seit die US-Besatzungsmacht am 28. Juni die Souveränität an die irakische Übergangsregierung von Premierminister Iyad Allawi übergeben hat, begann in Bakuba, als ein Attentäter sein Fahrzeug am Vormittag vor einer Polizeiwache in die Luft sprengte. Vor dem Gebäude hatten rund 250 Arbeitssuchende gewartet, um sich für die Polizei rekrutieren zu lassen. Hunderte andere Menschen waren außerdem unterwegs, um in den zahlreichen Geschäften einzukaufen, als sich die gewaltige Explosion ereignete.
Augenzeugen bot sich ein Bild der Verwüstung. Zwischen Trümmern lagen überall Verletzte, die um Hilfe riefen. Während die Polizeiwache durch hohe Betonmauern relativ gut geschützt war, traf die Detonationswelle mit ihrer vollen Wucht die umliegenden Gebäude. Ein Autobus und mehrere Autos brannten aus. Die Explosion riss einen tiefen Krater in die Straße.
Die 500.000-Einwohner-Stadt ist bereits häufig Ziel von Anschlägen und Angriffen gewesen. Erst am Dienstag hatte ein Selbstmordattentäter mit seinem Wagen einen Anschlag auf einen US-Kontrollpunkt versucht. Bei der Explosion starb der Attentäter, acht Iraker wurden verletzt.
Kampf mit Aufständischen - sieben Tote
Irakische Armeeverbände sowie ukrainische und US-Truppen stießen am Mittwochmorgen in Suaira, 50 Kilometer südöstlich von Bagdad, mit Aufständischen zusammen. Dabei wurden sieben irakische Soldaten getötet und zehn verletzt, teilte das Kommando der polnisch geführten Division in Hilla an. Außerdem seien etwa 35 Aufständische getötet und 40 festgenommen worden.
Explosion in Bagdad
Bei einer Mörserexplosion im Zentrum von Bagdad starben am Mittwoch zwei Iraker, darunter ein Kind. Sechs Menschen wurden verletzt, berichtete der arabische TV-Nachrichtensender Al Arabiya. In Balad-Ruz, 45 Kilometer östlich von Bakuba, wurde am Dienstagabend ein US-Soldat in seinem Fahrzeug von einem Sprengsatz getötet. Drei Soldaten wurden verletzt, erklärte das US- Militärkommando in Bagdad.
Die neue Welle der Gewalt schwappte drei Tage vor dem geplanten Beginn jener "Nationalkonferenz" durchs Land, von der sich viele Iraker Impulse für eine Demokratisierung und Befriedung erhoffen. An der Veranstaltung sollen rund 1000 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens teilnehmen und einen 100-köpfigen Übergangs-Nationalrat wählen. Dieser soll die Übergangsregierung kontrollieren, besitzt aber keine Gesetzgebungskompetenz.
(apa/red)
