4,5 Millionen Bolivianer stimmen ab: Sollen
Erdgas-Vorkommen verstaatlicht werden
- Entscheidung auch über Schicksal von Präsident Mesa?
Rund 4,5 Mio Bolivianer sind heute aufgerufen zu den Urnen zu schreiten. In einer Volksabstimmung soll über den Umgang mit den Erdgasvorkommen des ärmsten südamerikanischen Landes entschieden werden.
Zur Abstimmung steht ein Entwurf, demzufolge die Erdgasvorkommen verstaatlicht werden sollen, ohne bestehende Konzessionen an ausländische Gas-Gesellschaften anzutasten, da anderenfalls milliardenschwere Entschädigungsforderungen drohen.
Die Gewerkschaften fordern dagegen die Übereignung der zu 90 Prozent bei ausländischen Firmen liegenden Gaskonzessionen an den bolivianischen Staat. Der Ausgang des Referendums könnte auch über die Zukunft von Staatspräsident Carlos Mesa entscheiden. Im vergangenen Oktober hatte es blutig niedergeschlagene Massenproteste gegen Pläne des damaligen neoliberalen Präsidenten Gonzalo Sanchez de Lozada gegeben, eine Erdgaspipeline über Chile nach Mexiko und in die USA zu errichten. (apa/red)
