Samstag, 17. Juli 2004

Deutsche in Oman zu lebenslanger Haft verurteilt: Sogar die Todesstrafe drohte

  • Lebenslang hinter Gitter wegen Mord an eigenem Vater
  • Dt. Regierung "erleichtert" dass Todesstrafe ausblieb

Die Deutsche Dana Gerlich wurde im Oman wegen Mordes an ihrem Vater zu lebenslanger Haft verurteilt. Dabei drohte der 25-Jährigen sogar die Todesstrafe! Vier Mitangeklagte, darunter der Lebensgefährte der Deutschen wurden ebenfalls mit lebenslangen Haftstrafe bedacht. Eine 43-jährige US-Bürgerin wird für das gleiche Vergehen mit dem Tod bestraft.

Gerlich soll aus dem Sultanat ausgewiesen werden, wenn sie nach 25 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.

Die deutsche Bundesregierung äußerte sich "erleichtert" darüber, dass die junge Frau nicht mit dem Tod bestraft wird. Die US-Bürgerin Rebecca Thompson dagegen wurde am Samstag wegen Mordes an ihrem Ehemann zum Tode verurteilt, wie ein westlicher Diplomat der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Einer von Gerlichs Komplizen hatte nach Überzeugung des Gerichts die Tatwaffe besorgt, ein weiterer die tödlichen Schüsse abgefeuert und ein dritter bei den vorbereitenden Verhandlungen und der Geldübergabe für den Auftragsmord vermittelt, sagte ein Diplomat. Der 53-jährige Manfred Gerlich war im Dezember vergangenen Jahres in einem Diplomatenviertel in Maskat erschossen worden.

Die Bundesregierung sei "erleichtert, dass sich Befürchtungen, es könnten Todesurteile gefällt werden, nicht bewahrheitet haben", wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte. Deutschlands Außenminister Joschka Fischer hatte sich bei seiner Reise in den Golfstaat Mitte Juni dafür eingesetzt, dass Gerlich die Todesstrafe erspart bleibt.

Die 43-jährige US-Bürgerin Rebecca Thompson wurde am Samstag für schuldig befunden, ihren Ehemann im vergangenen Dezember ermordet zu haben, wie ein westlicher Diplomat sagte. Dafür wird sie mit dem Tod bestraft. Ihr 14-jähriger Sohn William Derek Green wurde zu drei Jahren im Gefängnis verurteilt. (apa/red)

17.7.2004 17:46