Anschlag auf Justizminister: Wieder schwere Explosion im Zentrum Bagdads
- Mehrere Leibwächter durch Autobombe verletzt
- Al-Zarqawi-Gruppe bekennt sich zu Anschlag
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Bei einem Selbstmord-Bombenanschlag auf den Autokonvoi des irakischen Justizministers Malek Dohan al Hassan in Bagdad sind nach Angaben der Polizei und des US-Militärs mindestens vier Personen getötet worden. Der Minister selbst sei unverletzt geblieben. Bei einem weiteren Anschlag in Mahmudiya starben nach Polizeiangaben fünf Menschen. Zu dem Anschlag auf den Minister bekannte sich die Al-Zarqawi-Gruppe.
Augenzeugen sprachen von einer gewaltigen Explosion, als der Ministerkonvoi durch die Arabiya-Straße im Zentrum von Bagdad fuhr. Fernsehbilder zeigten einen ausgebrannten Geländewagen und mehrere beschädigte Fahrzeuge. Der Minister selbst erschien eineinhalb Stunden nach dem Anschlag in seinem Büro, sagte der Sprecher.
Unterschiedliche Angaben gab es über die Ursache für die Explosion. Laut Innenministerium explodierte eine Autobombe. Einer der Leibwächter des Justizministers wies auf einen Selbstmordanschlag hin. Ein Mann mit einem Turban sei in ein weißes Auto gerannt, welches dann explodiert sei. Andere Augenzeugen sprachen von einer Bombe, die am Straßenrand explodiert sei.
Ein Leibwächter des Ministers, der unverletzt blieb, zeigte auf eines der fünf ausgebrannten Autowracks: "Zwei in diesem Auto wurden getötet. Alles was wir noch gefunden haben, sind Leichenteile." Helfer waren am Morgen noch damit beschäftigt, die Überreste einzusammeln. Einer trug einen zerfetzten nackten Fuß weg, an dem nur noch der große Zeh zu erkennen war.
Zu dem Anschlag bekannte sich die Al-Zarqawi-Gruppe. Auf einer im Internet veröffentlichten Erklärung hieß es, ein freiwilliges Mitglied der Märtyrer-Brigaden habe den Anschlag gegen den "abtrünnigen Verräter" ausgeführt. Die Gruppe "Jama'at al-Tawhid wa al-Jihad" (Gruppe für Ein-Gott-Glaube und Heiligen Krieg) soll Verbindungen zur El-Kaida Osama bin Ladens haben.
Krankenhausärzte berichteten, mindestens acht Personen seien bei dem Anschlag verletzt worden. Ein Verletzter berichtete, er habe gerade Malerarbeiten ausgeführt, als es knallte. Danach seien die Glassplitter umher geschwirrt, die die unbeteiligten Menschen verletzten. Die Explosion war so stark, dass der Knall weithin in der Stadt zu hören war. Ein Sprecher der US-Armee sagte: "Dies ist ein Terrorakt von Leuten, die nicht wollen, dass sich das Land nach vorne bewegt."
Sprengstoffanschlag in Mahmudiya
Bei der Explosion einer Autobombe vor dem Hauptquartier der irakischen Nationalgarde in Mahmudiya sind fünf Menschen getötet worden. Zwölf weitere Personen wurden verletzt, bestätigte ein Polizeibeamter in der Kleinstadt 30 Kilometer südlich von Bagdad. Unter den Opfern seien sowohl Nationalgardisten als auch Zivilisten, fügte er hinzu. Zum Zeitpunkt des Anschlags hielten sich zahlreiche Iraker vor dem Gebäude auf, um sich für einen Posten in der Nationalgarde zu bewerben.
Am 15. Juli starb der Chef des Sicherheitsdienstes des irakischen Außenministeriums, Idris Karim Ramadan, bei einem Anschlag auf seinen Autokonvoi. Einen Tag zuvor war der Gouverneur der nordirakischen Stadt Mossul, Osama Kashmula, auf dem Weg in die irakische Hauptstadt gezielt getötet worden. Die Gruppe des mutmaßlichen Terroristenführers Abu Mussab al Zarkawi übernahm die Verantwortung für seinen Tod. Ebenfalls am Mittwoch war eine Autobombe in Bagdad in der Nähe der so genannten Grünen Zone explodiert, in dem die Regierungsgebäude und die US-Botschaft liegen. Dabei waren elf Personen getötet worden. (apa/red)
