Iran fordert Saddam-Hinrichtung: Der Ex-Diktator soll keinen Prozess bekommen
- "Bei all den Verbrechen, die Saddam begangen hat, braucht man dieses lächerlichen Gerichtsanhörungen nicht"
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Der Sekretär des iranischen obersten islamischen Wächterrates, Ayatollah Ahmad Jannati, hat die Hinrichtung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein ohne langes Gerichtsverfahren gefordert. "Bei all den Verbrechen, die Saddam in aller Offenheit begangen hat, braucht man doch diese lächerlichen Gerichtsanhörungen nicht", erklärte der hohe Geistliche beim Freitagsgebet in Teheran.
Er verwies dabei auf die Hinrichtung des italienischen Diktators Benito Mussolini 1945. "In Mussolinis Fall hat ihn das Gericht nur nach seinem Namen gefragt, um sicher zu stellen, dass der richtige Mann hingerichtet wird", sagte Jannati.
Der Wächterratssprecher hatte schon oft mit starken Sprüchen aufhorchen lassen und unter anderem die baldige "Auslöschung" des Christentums vorausgesagt. Die christlichen Länder bewegten sich mit großer Geschwindigkeit "ihrem Niedergang und ihrer Auslöschung" zu. "Dank der Islamischen Revolution im Iran wird der Islam schon bald die christlichen Länder erobern", hatte er prophezeit.
Die iranische Führung ist verärgert darüber, dass Saddam Hussein bisher nicht wegen der Iran-Invasion als Kriegsverbrecher belangt wird. Während des achtjährigen Krieges (1980-88) waren Hunderttausende iranische Soldaten getötet worden. Auf irakischer Seite sollen etwa 250.000 Mann gefallen sein. (apa)
