Verheerender Schulbrand in Südindien: 80 Kinder getötet, über 100 verletzt
- Kurzschluss dürfte das Feuer ausgelöst haben
- Opfer zum Großteil im Alter von sechs bis 13 Jahren
Einem verheerenden Brand in einer Schule in Südindien sind am Freitag mindestens 80 Kinder zum Opfer gefallen. Die Schüler verbrannten und erstickten, nachdem offenbar ein Kurzschluss die Küche der Schule in einer Kleinstadt im Unionsstaat Tamil Nadu in Brand gesetzt hatte. Mehr als 100 Kinder wurden mit teilweise schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert.
Die Lehrer ergriffen nach Ausbruch der Flammen laut Feuerwehrangaben offenbar die Flucht, ohne sich um die Kinder zu kümmern. Anwohner hätten dagegen noch vor Eintreffen der Rettungsmannschaften rund 80 Kinder gerettet, sagte ein Feuerwehrsprecher. Augenzeugen berichteten, dass die Lehrer zuvor noch den normalerweise aus Sicherheitsgründen verschlossenen Hauptausgang der Schule geöffnet hätten.
Der Schuldirektor wurde wenige Stunden nach dem Brand festgenommen. Er soll sich nach Polizeiangaben wegen fahrlässigen Verhaltens mit Todesfolge verantworten müssen.
Verwaltungschef J. Radhakrishnan sagte nach einem Bericht der indischen Nachrichtenagentur PTI, bei den Toten handele es sich um 27 Buben und 33 Mädchen. Weitere 20 Leichen seien zu stark verbrannt, um ihr Geschlecht festzustellen. "Die meisten waren zwischen sechs und 13 Jahre alt", sagte Radhakrishnan. Ein Augenzeuge erklärte, 30 Kinder seien verbrannt, die anderen seien offenbar in der sich ausbreitenden Panik zu Tode getreten worden.
Fernsehsender zeigten Bilder des verkohlten Schulgebäudes in Kumbakonam im Bezirk Thanjavur. Die verbrannten Leichen wurden in einem Raum des Hauses aufgereiht und dann einzeln abtransportiert. Vor dem Gebäude versammelten sich hunderte Trauernde. PTI berichtete unter Berufung auf die Polizei, einige Lehrer hätten den Kindern befohlen, in den Klassen zu bleiben, weil das Feuer gelöscht werde.
Radhakrishnan sagte, offenbar habe ein Kurzschluss das strohgedeckte Dach der Küche in Brand gesetzt. Die Flammen hätten dann auf den zweiten Stock des Schulgebäudes übergegriffen. In dem Gebäude hielten sich den Angaben zufolge zum Zeitpunkt des Brandes 800 Schüler auf. Kumbakonam liegt 2.100 Kilometer südlich von Neu-Delhi am Ufer des Flusses Cauvery.
Die indische Regierung kürzte im Rahmen ihres Reformprogramms in jüngster Zeit die Bildungsausgaben. Seitdem eröffnen im ganzen Land immer mehr Privatschulen, die häufig schlecht ausgestattet sind und nicht über Rauchmelder oder Feuerlöscher verfügen. (apa/red)
