Donnerstag, 15. Juli 2004

Deutscher Bundespräsident auf Reisen: Köhler zu Antrittsbesuch nach Frankreich!

  • Kurzes Treffen mit Jacques Chirac in Paris
  • Erste offizielle Reise führte Köhler nach Polen

Deutschlands Bundespräsident Horst Köhler ist zum Abschluss seiner ersten Auslandsreise in Paris eingetroffen. Der Aufenthalt in der französischen Hauptstadt wird aber nur kurz ausfallen. Nach einem Empfang im Elysee-Palast bei Jacques Chirac wird Köhler noch gemeinsam mit dem Staatspräsidenten zu Mittag essen. Danach geht es zurück nach Berlin.

Mit seinem Aufenthalt in Paris will Köhler die guten Beziehungen zum Nachbarn Frankreich würdigen. "Die deutsch-französische Freundschaft ist in über vier Jahrzehnten von einer Vision zu gelebter Wirklichkeit geworden", hatte Köhler in seiner Antrittsrede vor dem Bundestag betont. Sie sei entscheidend für die Einigung Europas gewesen.

Außerdem will sich der neue deutsche Bundespräsident um einen Ausbau des Weimarer Dreiecks bemühen. Diese Initiative, die 1998 zunächst als informelles Treffen gegründet wurde, gilt als gelungenes Beispiel des deutsch-französischen und deutsch-polnischen Aussöhnungsprozesses. Das Weimarer Dreieck müsse nicht auf die Zahl drei begrenzt sein, hatte Köhler in Warschau betont.

Es war der besondere Wunsch Köhlers, bei seinem ersten Antrittsbesuch nicht wie üblich nach Frankreich, sondern in das östliche Nachbarland zu reisen. "Polen hat einen besonderen Platz in meiner Biografie", hatte Köhler betont. Er wurde 1943 in dem ostpolnischen Dorf Skierbieszow als Kind deutschstämmiger Bauern aus Bessarabien (heute Moldawien) geboren und floh mit seiner Familie gegen Kriegsende nach Deutschland. Köhlers Besuch wurde auch in der polnischen Hauptstadt als freundschaftliche Geste verstanden.

Mit den Besuchen in Polen und Frankreich beginnt für Köhler eine Reihe wichtiger Auslandstermine. So wird er am kommenden Montag nach London reisen und dort mit Königin Elizabeth II. zu Mittag speisen. Drei Tage später wird er in Rom erwartet. Er folgt damit einer Einladung des italienischen Präsidenten Carlo Ciampi. (apa/red)

15.7.2004 22:12