Wieder Geisel im Irak getötet: Entführer ermorden verschleppten Bulgaren!
- Philippinnen haben mit Truppenabzug begonnen
- Auch zweiter entführter Bulgare soll enthauptet werden
·Irak: Zwei Bulgaren als Geiseln!
Lkw-Fahrer auf dem Weg nach Mossul verschleppt
·Irak: Philippino als Geisel genommen
Kidnapper drohen mit Tötung des Mannes
·Irak: Kein Ende der Entführungen!
Ägypter verschleppt, der für die USA arbeitete
·Südkoreanische Geisel enthauptet
Regierung bleibt aber bei Truppen-Einsatz im Irak
·Internetseite zeigt Geisel-Enthauptung
Kopf mit Säbel abgetrennt
BILDER: Wut und Trauer
·Irak: Notstandsge-setz erlassen
Anschlag auf Allawis Bagdader Parteizentrale
Der blutige Terror geht weiter: Wieder wurde ein von Extremisten verschleppter Gefangener ermordet! Die Gruppe des Al-Kaida-Verbündeten Abu Mussab al Zarqawi hat eine ihrer beiden bulgarischen Geiseln getötet. Die bulgarische Regierung bestätigte den Tod eines Mannes. Die Extremisten drohten außerdem, auch ihre 2. Geisel nach Ablauf von weiteren 24 Stunden zu töten.
Das berichtete der arabische Sender Al Jazeera. Auch im Fall eines verschleppten Ägypters drohten die Entführer Al Jazeera zufolge mit der Ermordung ihrer Geisel binnen 72 Stunden. Die Geiselnehmer verlangen in diesem Fall, dass die saudiarabische Firma, für die der ägyptische Fahrer tätig ist, sich aus dem Irak zurückzieht. Nach Angaben der Firma haben sie außerdem eine Million Dollar Lösegeld verlangt.
Hinrichtung wieder auf Video aufgezeichnet
Dem Sender liegt nach eigenen Angaben ein Videoband von der Hinrichtung des Mannes aus Bulgarien vor, die Station sendete es jedoch nicht. Al Jazeera zeigte aber Aufnahmen von drei maskierten Männern, vor denen einer der beiden Bulgaren mit verbundenen Augen kniet. Die Gruppe fordert die Freilassung irakischer Gefangener durch die USA und hat bereits den US-Geschäftsmanns Nicholas Berg und den südkoreanischen Übersetzers Kim Sun-il enthauptet. Die USA haben auf Zarqawis Kopf eine Belohnung von 25 Millionen Dollar ausgesetzt.
Zarqawis Gruppe Tauhid und Dschihad hatte am vergangenen Donnerstag eine Frist von 24 Stunden für die Erfüllung ihrer Forderungen gesetzt. Andernfalls würden die beiden Bulgaren getötet. Die bulgarische Regierung hatte einen Abzug ihrer rund 470 Soldaten aus dem Irak abgelehnt.
Bei den beiden bulgarischen Geiseln handelt es sich um Lastwagenfahrer, die auf einem Transport von Fahrzeugen aus Bulgarien in die nordirakische Stadt Mossul waren, als sie am 27. Juni verschwanden.
Philippinnen ziehen ab
Die Philippinen haben als erstes Land dem Druck von Geiselnehmern im Irak nachgegeben und mit dem vorzeitigen Abzug ihres Kontingents begonnen. Bis zum Mittwochmorgen hätten acht der insgesamt 51 Mann die Heimreise angetreten, teilte Außenministerin Delia Albert mit. Einen Tag zuvor hatte Vize-Außenminister Rafael Sequis angekündigt, Manila wolle zur Rettung des Lebens der Geisel seine Soldaten und Polizisten so schnell wie möglich abziehen.
Die USA hatten die Überlegungen der Regierung in Manila, wegen der Geiselnahme eines Philippiners vorzeitig ihre Truppen im Irak abzuzuziehen, als "falsches Signal" an die Terroristen kritisiert. Die US-Regierung sei "angesichts des Ringens um Stabilität und Frieden im Irak ... enttäuscht" über die Erklärungen aus Manila, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums in Washington, Richard Boucher, am Dienstag.
Die Entführer des 46 Jahre alten philippinischen Lastkraftwagenfahrers Angelo de la Cruz haben gedroht, den achtfachen Vater umzubringen, falls die Regierung in Manila ihre 51 Soldaten nicht rasch aus dem Irak abziehe. Geplant war der Abzug zum 20. August. Die USA erwarten nach den Worten Bouchers eine Klärung, was die bisherigen Äußerungen in Manila zu dem Entführungsfall konkret zu bedeuten hätten.
(apa)
