Fieberhafte Verhandlungen: Berlusconi will Regierungskrise in Italien verhindern
- Regierungschef will Spannungen überbrücken
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Herzprobleme beim Lega- Nord-Chef: Zustand stabil
Der italienische Regierungschef Berlusconi hat am Montag fieberhaft versucht, die koalitionsinternen Spannungen zu überbrücken. Er traf mit mehreren Spitzenvertretern der Parteien seiner Koalition zusammen. In den letzten Tagen war es zu schweren Konflikten zwischen ihm und der christdemokratischen Partei UDC gekommen.
Berlusconi traf die Spitzenpolitiker der Lega Nord, die sich hartnäckig gegen die Forderung der UDC nach einer Abschwächung der föderalistischen Reform wehren. Die Föderalisierung Italiens, die derzeit im Parlament besprochen wird, ist der Streitpunkt Nummer eins unter den Parteien der Koalition Berlusconis.
Der Regierungschef hatte am Sonntagabend eine Konsultationsrunde mit den Gesprächspartnern begonnen, die jedoch zu keinen Ergebnissen geführt hatte. Die Gespräche werden am Montagabend fortgesetzt. "Die Bedingungen sind vorhanden, um den Streit zu bewältigen", versicherte Industrieminister Marzano. Er drängte Berlusconis Partner, nicht drei Jahre Amtszeit mit einer Regierungskrise zu zerstören, die die Wähler nicht begreifen würden.
In dieser schwierigen Situation sucht Berlusconi weiter nach einem neuen Wirtschaftsminister, der den vor einer Woche zurückgetretenen Giulio Tremonti ersetzen soll. Der Regierungschef hatte sich mit der UDC verpflichtet, in wenigen Tagen einen Nachfolger Tremontis zu ernennen.
Derzeit leitet Berlusconi das Wirtschaftsministerium interimistisch. Als aussichtsreicher Kandidat für Tremontis Nachfolge kommt laut italienischen Medien der Generaldirektor des Wirtschaftsministeriums, Domenico Siniscalco, in Frage. (apa)
