Montag, 12. Juli 2004

Folter-Skandal: Anhörung von Lynndie England auf 3. August verschoben

  • Um Anwalt Zeit zu geben sich in Fall einzuarbeiten
  • 21-Jährige ist eine von sieben angeklagte Soldaten

Die erste gerichtliche Anhörung der wegen Misshandlung irakischer Gefangener angeklagten US-Soldatin Lynndie England ist kurzfristig auf den 3. August verschoben worden. Dadurch solle Englands neuem Militäranwalt Zeit gegeben werden, sich mit dem Fall vertraut zu machen, entschied die ermittelnde Offizierin am Montag auf der Militärbasis in Fort Bragg (US-Bundesstaat North Carolina).

Ursprünglich sollte die Anhörung bereits am Montag stattfinden. Englands Anwälte hatten die Verschiebung beantragt, um einen weiteren Verteidiger in ihr Team England gilt als Symbolfigur des Skandals um die Misshandlungen im US-Militärgefängnis von Abu Ghraib bei Bagdad. Fotos gingen um die Welt, die Soldatin lachend unter anderem mit einem nackten Gefangenen an einer Hundeleine oder grinsend vor einem Haufen nackter Körper zeigen. Die 21-Jährige ist eine von sieben Soldaten, die wegen der Misshandlungen angeklagt sind; einer von ihnen wurde bereits zu einem Jahr Haft verurteilt.

Bei der Anhörung Englands soll darüber entschieden werden, ob ihr vor einem Militärgericht der Prozess gemacht wird. Bei dem zehnminütigen Gerichtstermin am Montag beschränkten sich Englands Äußerungen auf ein knappes "Ja, Madam" auf die Frage der Offizierin, ob sie ihre Rechte verstehe. Mit "Nein, Madam" beantwortete sie die Frage, ob sie ihrerseits Fragen habe. England ist im sechsten Monat schwanger. Vater des Kindes ist der Soldat Charles Graner, der ebenfalls wegen der Misshandlungen in Abu Ghraib angeklagt ist. (apa)

12.7.2004 08:51