Vatikan-Experte zum Kirchensex-Skandal: Bischof Krenn droht Vorladung nach Rom!
- Kirchenrechtler: "Krenn hat die Aufsichtspflicht verletzt"
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Das Schreiben im Wortlaut zum Nachlesen
Rom blickt nach St. Pölten, laut Vatikan-Experten droht Bischof Kurt Krenn sogar eine Vorladung! Die Vorgänge im Priesterseminar, publik geworden inklusive Kuss-Foto, und die Suche der Polizei nach Pornobildern werden auch nach Meinung des Salesianers Markus Graulich, Kirchenrechtler an der päpstlichen Universität seines Ordens, Konsequenzen haben. Krenn habe in der Sex- und Porno-Affäre am Priesterseminar "die Aufsichtspflicht verletzt".
Das sagte Graulich gegenüber "Radio Vatikan", wie der Sender am frühen Donnerstag Abend in einer Aussendung mitteilte. "Er (Krenn, Anm.) ist natürlich dafür zuständig, dass in seinem Seminar nicht nur den Priesteramtskandidaten nicht geschadet wird, sondern dass da natürlich auch die Moralordnung der Kirche gelebt wird. Wenn die Missstände so sind, wie sie geschildert werden und durch Fotos dokumentiert werden, ist das eine grobe Verletzung seiner Aufsichtspflicht und damit seiner Hirtensorge, die er nicht nur im Hinblick auf die Seminaristen hat, sondern auch im Hinblick auf die Gläubigen, zu denen die Seminaristen nachher als Priester gesandt werden", so Graulich in dem Interview.
Graulich: "Vatikan jetzt zuständig"
Aus der Sicht des Kirchenrechtlers ist jetzt gar nicht die österreichische Kirche am Zug, sondern gleich der Vatikan. "Der Metropolit (Kardinal Christoph Schönborn, Anm.) ist dann zuständig, wenn sich Bischof Krenn eine Kirchenstrafe zugezogen hätte, was bisher nicht der Fall ist. Und sonst wird gleich Rom eingreifen. Natürlich kann Rom auch tätig werden auf Grund der Intervention von Kardinal Schönborn. Wir erinnern uns da auch an den Fall von Kardinal Groer - da war`s ja auch die Initiative von Schönborn, damals noch Koadjutor der Diözese, die letztlich zum Eingreifen geführt hat."
Vorladung nach Rom droht
Konkret stellt sich der Kirchenrechtler Graulich das weitere Prozedere im Fall Krenn jetzt so vor: "Dass der Präfekt der Bischofskongregation, Kardinal (Giovanni Battista, Anm.) Re, ihn eventuell mit einem Mitarbeiter des Staatssekretariats zu Gesprächen bittet, um seine Position zu klären. Und je nachdem, wie schnell er einlenkt oder auch nicht, kann das Verfahren länger oder kürzer dauern." (apa/red)
