Widerstand aus den eigenen Reihen:
"Wir sind Kirche" fordert Krenn-Rücktritt
- Plattform kritisiert Interpretationen des Bischofs
- PLUS: Sex-Affäre beschäftigt auch den Vatikan!
·Sex-Affäre: Austritte
steigen jetzt stark an
Bis zu 1/3 mehr als normal schwören der Kirche ab
·Die BILDER zur Kirchen-Sex-Affäre
Anonym verschickte Fotos lösten Skandal aus
·Krenn: "Das geht die einen Dreck an"
NEWS: Bischof geht nach Konferenz in die Offensive
·NEWS: Sex-Skandal im Priesterseminar
Polizei hat Konsument der Kinderpornos ausgeforscht
·NEWS: Mord im Priesterseminar?
Chronik der mysteriösen Vorgänge in St. Pölten
·Bischof Krenn setzt
U-Kommission ein!
"Erwarte baldigmöglichst umfassenden Bericht"
·ALLE REAKTIONEN zum Papst-Entscheid
Krenn: "Begrüße die Entscheidung Roms"
Die Plattform "Wir sind Kirche" fordert den Rücktritt des St. Pöltner Diözesanbischofs Kurt Krenn. In einer Aussendung heißt es, "die Diözese St. Pölten ist heute praktisch führungslos und gespalten". Krenns Vorgangsweise bei der Priesterausbildung werde seit längerer Zeit innerkirchlich scharf kritisiert. "Unappetitlich und zynisch klingt die Interpretation Bischof Krenns, es sei ein 'Bruderschaftskuss' und kein 'Zungenkuss' gewesen." Unterdessen hofft der Kärntner Diözesanbischof Schwarz auf "rasche römische Entscheidungen".
Die Plattform spricht sich für einen "Abbau des Reformstaus" in der katholischen Kirche aus: "Reformen sind notwendig - wann, wenn nicht jetzt?". Die Plattform "Wir sind Kirche" verlangt u.a. eine positive Bewertung der Sexualität, eine zeitgemäße Priesterausbildung, die sich allen Fragen des Lebens und damit auch der Sexualität stellt, ein erneuertes, zeitgemäßes Amtsverständnis, die freie Wahl zwischen zölibatärer und nicht zölibatärer Lebensform sowie die volle Gleichberechtigung der Frauen.
Die Plattform hat 1995 das "Kirchenvolks-Begehren" als Reaktion auf die Causa Groer initiiert. Dem damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Hans-Hermann Groer wurde sexueller Missbrauch von Zöglingen vorgeworfen.
"Rasche römische Entscheidungen" gefordert
Der Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz hofft nach dem Skandal um das St. Pöltener Priesterseminar auf "rasche römische Entscheidungen". Er sei "bestürzt über die geschilderten Vorgänge im Priesterseminar", meinte Schwarz. Dadurch würden der Kirche und insbesondere auch dem Bischofsamt großer Schaden zugefügt.
Schwarz meinte, ein Bischof, an den zu Recht hohe Erwartungen gestellt würden, müsse seinen Leitungs- und Hirtendienst gewissenhaft wahrnehmen. Was in St. Pölten passiert sei, das sei für ein jedes Priesterseminar völlig inakzeptabel. "Menschen, die für die Seelsorge vorbereitet werden, brauchen ein hohes moralisches Niveau", betonte der Bischof. Dazu gehöre auch ein großer Respekt vor den Menschen, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. (apa/red)
