Kritik deutscher Medien an Klestil-Lob:
"Das schiefe Echo der schönen Nachrufe"
- Khols "peinlicher Lobeshymnus auf die eigene Regierungspolitik" - "Offener Hass des rechten Lagers"
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Busek für differenzierte Beurteilung des BP
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·Auch Papst trauert um Thomas Klestil
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Geschiedene Frau wartete 20 Minuten in der Schlange
Beim Staatsbegräbnis von Bundespräsident Thomas Klestil habe sich Österreich in Anwesenheit zahlreicher ausländischer Staatsoberhäupter "selbst gefeiert", kommentiert die "Süddeutsche Zeitung" am Montag unter der Überschrift "Das schiefe Echo der schönen Nachrufe" die offiziellen Trauerfeierlichkeiten zu Ehren des verstorbenen Staatsoberhaupts.
"Österreichs Bürger hatten Augen und Ohren nicht trauen wollen, was da für ein Lobesgetümmel losbrach. War das nicht der Präsident gewesen, der (...) mit verfinsterter Mine seine Missbilligung der noch immer arbeitenden Rechtskoalition bekundete; der sein Amt bis an die Grenzen der politischen Legitimität ausschöpfte; zumeist vergeblich und unter Kritik, oft auch wilden Beschimpfungen sogar der eigenen Volkspartei, für die er 1992 angetreten war?"
"Nationalratspräsident Andreas Khol zum Beispiel, der die letzten Jahre damit verbracht hat, dem Bundespräsidenten mit der Beschneidung seiner Verfassungskompetenzen zu drohen, hielt vor beiden Häusern des Parlaments statt einer Trauerrede einen peinlichen Lobeshymnus auf die eigene Regierungspolitik. Er gab für all dies das tote Staatsoberhaupt als Ideengeber aus - wiewohl jedermann weiß, dass Klestil manche Regierungsvorhaben kritisch, einige sogar scharf ablehnend beurteilte. Österreichische Zeitungen konstatierten daraufhin, der Katalog von Missbrauchsarten sei nunmehr auf wehrlose Tote ausgedehnt worden."
"Die vielen Zusagen zum Begräbnis aus aller Welt machten die Nation schwindeln. (...) So viele fremde Gäste, viel Ehre für den Toten und auch für Österreich, doch auch für die Regierung? Der weltläufige Karrierediplomat Klestil hat sich einen Platz in der Erinnerung besonders damit gesichert, dass er nach dem Schock über die Bildung der rechtsnationalen Regierung in Wien unter Einschluss von Jörg Haiders FPÖ für eine saubere demokratische Entwicklung des Landes gerade zu stehen suchte. Das rechte Lager zu Hause dankte ihm dies zeitweilig mit offenem Hass." (apa/red)
