Freitag, 16. Juli 2004

Pensionen sorgen für Koalitionsärger: Freiheitliche widersprechen Schüssel!

  • Kanzler: Es gibt kein Zurück. FPÖ-Chefin Haubner will über Schwerarbeiter reden. General: "Sozialer Holzweg"

Endlose Debatte um die Pensions-Harmonisierung - der Streit sorgt für Ärger in der Koalition! Der Regierungschef will nicht mehr verhandeln, aber die Freiheitlichen fordern Änderungen. Schüssel sagte: "Es gibt kein Zurück". Parteichefin Haubner will weiter über die Regelung für Schwerarbeiter reden. Und FPÖ-General Scheuch nannte die Harmonisierung "sozialen Holzweg". Naturgemäß gibt es Kritik auch von der SPÖ. SP-Chef Gusenbauer fordert vier Änderung en und warf dem Kanzler einen Alleingang und Überheblichkeit vor.

In einer Aussendung warf Scheuch am Freitag dem Bundeskanzler eine "destruktive Haltung" vor. "Die ÖVP hat nicht das Recht der reinen Lehre für sich gepachtet". Schüssel sollte "irgendwann aufhören, der FPÖ permanent über die Medien seiner Meinung nach unverrückbare Standpunkte auszurichten."

"Auch für die FPÖ steht das Grundkonzept der Harmonisierung außer Zweifel, umso mehr als es sich ja um die Umsetzung jahrzehntelanger freiheitlicher Forderungen handelt", betonte Scheuch. Es sei aber auch klar, dass es im Zuge der Detailverhandlungen nun wichtig sei, soziale Gerechtigkeit zu schaffen: "Die ÖVP befindet sich auf dem sozialen Holzweg, wenn sie einerseits jahrzehntelang in Regierungsverantwortung zugelassen hat, dass Lehrer und Beamte mit 50 Jahren in Pension gehen durften und nun jene Menschen, die länger als 45 Jahre gearbeitet haben, mit massiven Abschlägen zu rechnen haben."

Der FPÖ-Generalsekretär forderte Schüssel auf, seine Landeshauptleute davon zu überzeugen, die geplante Harmonisierung auch bei den Landesbeamten umzusetzen, anstatt bei den Schwerarbeitern die Harmonisierung ohne Wenn und Aber durchzuführen: "Die medienwirksamen Sager des Koalitionspartners sind mehr als entbehrlich. Verhandeln wir die dringenden Detailfragen lieber in den dafür vorgesehen Gremien." Die FPÖ werde die Zeit der Begutachtung und der parlamentarischen Verhandlungen dafür nutzen, die Harmonisierung sozial gerecht zu gestalten. "Die ÖVP wird einmal mehr erkennen müssen, dass die Freiheitlichen das soziale Gewissen in dieser Regierung sind. Der grenzenlose Wirtschaftsliberalismus von Schüssel und Grasser ist mit uns nicht zu machen", sagte Scheuch.

(apa/red)

16.7.2004 12:15