Freitag, 16. Juli 2004

Kampfhund-Attacke in der Steiermark:
8-jähriges Mädchen schwer verletzt!

  • Tier durchbiss Oberarm bis auf die Knochen
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Zu einem schrecklichen Zwischenfall mit einem Kampfhund kam es am Donnerstagabend in Leoben: Eine 20 Jahre alte Frau war mit dem American Staffordshire-Hund ihres Lebensgefährten unterwegs, ihre sieben Jahre alte Stiefschwester lief auf dem Gehsteig mit. Plötzlich sprang der Hund, der weder angeleint war noch einen Beißkorb trug, das Kind an und biss es in Gesicht und rechten Oberarm. Danach attackierte er auch die 20-Jährige.

Die Siebenjährige konnte von Passanten in ein Auto gezerrt werden. Beide wurden mit schweren Verletzungen ins LKH Leoben gebracht. Der zehn Monate alte Hund wurde eingeschläfert.

"Das Laufen des Kindes dürfte für den Hund eine Beutesituation dargestellt haben", so die Polizei. Das Tier rannte dem Mädchen nach und biss es vorerst "leicht", wie es im Polizeibericht hieß.

Das Schreien und Weglaufen des Kindes förderte bei dem Tier offenbar einen "drangvollen Beutetrieb". Die Kleine stürzte schließlich auf den Gehsteig, der Hund biss mehrfach zu. Durch das laut Polizei "mutige Einschreiten einer Passantin und der 20-jährigen Halbschwester", die selbst schwer verletzt wurde, konnte die Siebenjährige in ein Auto gezerrt werden. Das aggressive Tier attackierte auch das Fahrzeug und biss in die Stoßstange, das Kennzeichen und einen Autoreifen.

Polizei lockte Hund in die Falle
Einem Mitarbeiter der Diensthundestaffel der Polizei gelang es schließlich, den Staffordshire einzufangen. Mit einem "Beißärmel" hatte er das Tier "neugierig" gemacht. Als es daran schnupperte, legte der Beamte dem Hund eine so genannte Fangschlinge um den Hals.

Nach Angaben des Kommandanten der Diensthundestaffel Leoben, Harald Pettenhofer, sei dem Besitzer des erst zehn Monate alten Kampfhundes bekannt gewesen, dass diese Hunderasse "bedenklich" sei. Er dürfte mit dem Tier auch "Beißtraining zur Aggressionsförderung" durchführt haben. "Der 23-Jährige wird auf jeden Fall belangt werden", so der Polizist.

Hund eingeschläfert
Das Mädchen erlitt bei der Kampfhund-Attacke tiefe Bissverletzungen im Gesicht und im Bereich des rechten Oberarmes. Die 20-Jährige wurde an beiden Händen schwer verletzt. Der Hund wurde mit dem Einverständnis des Besitzers vom Tierarzt auf Verfügung der Bezirkshauptmannschaft eingeschläfert.

In Paragraf 13 des Steirischen Tierschutzgesetzes heißt es, dass Hunde an öffentlich zugänglichen Orten entweder mit einem um den Fang geschlossenen Maulkorb zu versehen sind oder so an der Leine geführt werden müssen, dass eine jederzeitige Beherrschung des Tieres gewährleistet ist. Ausnahmen stellen nur Hundewiesen dar, die gekennzeichnet und eingezäunt sind. (apa/red)

16.7.2004 09:08