Trauriger Jahrestag: Drama von Lassing jährt sich zum sechsten Mal!
- Am 17. Juli 1998 starben beim größten Grubenunglück seit 1945 zehn Bergleute
Im obersteirischen Ort Lassing im Bezirk Liezen jährt sich heute zum sechsten Mal jenes Unglück, bei dem am 17. Juli 1998 beim Einsturz der Talkumgrube der Mineralwerke Naintsch zehn Bergleute ums Leben kamen. Es gab damals nur einen Überlebenden, Georg Hainzl, der nach zehn Tagen wie durch ein Wunder "in gutem Zustand" gefunden und geborgen werden konnte.
Die Katastrophe hatte ihren Ausgang genommen, als zunächst der Bergmann Georg Hainzl durch einen Wassereinbruch in einer unterirdischen Kammer eingeschlossen wurde. Zehn seiner Kollegen, die sich umgehend auf machten, um ihren Kumpel zu retten, wurden beim nachfolgenden Totaleinsturz der Grube von einem Schlammlawine in den Tod gerissen.
Zehn Tage lang dauerte die aufwändigste Rettungsaktion in der Bergbau-Geschichte der Zweiten Republik, ehe der damals 24-jährige Bergmann lebend herausgezogen werden konnte. Nach seinen verunglückten Kollegen wurde beinahe einen Monat lang mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln gesucht, bis die Rettungsaktion schließlich ergebnislos abgebrochen wurde.
Am Unglücksort befindet sich heute eine Gedenkstelle, die im Mai 2002 eingeweiht wurde. An dieser Stelle wird am Samstag eine Betstunde für Angehörige und Freunde abgehalten werden, hieß es seitens der Luzenac Naintsch.
Über Jahre dauerten die finanziellen und juristischen Klärungen des Unglücks. Luzenac Naintsch zahlte schließlich als Bergwerksbetreiber 23,63 Mio. Euro an Entschädigungen. Im Berufungsprozess wurden schlussendlich im März 2003 der Betriebsleiter der Grube, der zuständige Berghauptmann und ein Beamter der Berghauptmannschaft Leoben verurteilt. Die politischen Nachwirkungen waren etwa das neue Mineralrohstoffgesetz und die Abschaffung der Berghauptmannschaften. (apa)
