Einzigartiger Fund in Mariazell: 2.300 Jahre
altes Grab aus der Keltenzeit entdeckt
- Im Zuge von Kabelverlegungsarbeiten entdeckt
- Funde aus dieser Zeit sind sehr selten
Ein für die Steiermark bisher einzigartiger Fund aus der spätkeltischen La Tene-Zeit ist im obersteirischen Pilgerort Mariazell zu Tage getreten. Im Zuge von Kabelverlegungsarbeiten sind die Bauarbeiter vergangene Woche auf mehrere Skelette gestoßen, die sich nun aufgrund der Beifunde als die Überreste von 2.200 bis 2.300 alten Körpergrabanlage entpuppten.
"Es handelt sich hier um das erste Körpergräberfeld aus der La Tene-Zeit", so Grabungsleiterin Margret Kramer vom Landesmuseum Joanneum. Zurzeit wird am Ortsrand von Mariazell in einem rund 10 Quadratmeter großen Bereich gegraben. "Die bisherigen Knochen gehören zu drei bis vier Skeletten, weitere sind noch nicht geborgen", so die Prähistorikerin.
Einzigartig für die Steiermark
In den kommenden Tagen soll geklärt werden, welches Ausmaß die Begräbnisstätte tatsächlich hatte. Die neben den Knochen liegenden Objekte - vor allem metallene Grabbeigaben - sprächen für eine Datierung aus dem zweiten bis dritten vorchristlichen Jahrhundert, so Kramer. Ein Körpergrab aus dieser Zeit ist für die Steiermark einzigartig.
Funde aus der LaTene-Zeit seien in der Steiermark grundsätzlich sehr selten, so der für die Bodendenkmalpflege im Bundesdenkmalamt Steiermark zuständige Archäologe Bernhard Hebert. Die Notgrabung werde noch bis mindestens Ende dieser Woche, eventuell auch noch die nächste Woche durchgeführt.
Als La Tene-Kultur bezeichnet man die Kultur der mittleren und jüngeren Eisenzeit in Mitteleuropa. Sie entwickelte sich aus der nordwestalpinen Hallstattkultur unter Einfluss aus dem mediterranen Raum als eigenständige Kunst- und Kulturform, die mit den historisch belegten Kelten identifiziert wird.
(apa)
