Beben in Südösterreich: Erdstöße in Graz und Klagenfurt deutlich spürbar
- Keine Schäden und Verletzte in Österreich
- Zwei Todesopfer in slowenischem Epizentrumsgebiet
Im Süden Österreichs bebte am Montag die Erde. In Klagenfurt war es kurz spürbar, in Villach stärker. Auch in Graz sollen im Norden der Stadt einige Häuser regelrecht "geschwankt" haben. Das Epizentrum lag in der slowenischen Stadt Kobarid. Dort erreichte das Beben die Stärke 4,9 nach Richter. Ersten Meldungen zufolge wurden auch zahlreiche Häuser beschädigt, zwei Menschen kamen ums Leben.
Knapp nach 15.00 Uhr erzitterten in Klagenfurt die Häuser, der Erdstoß war nur kurz spürbar. Wie ein Augenzeuge gegenüber der APA berichtete, fiel das Beben in Villach deutlich stärker aus: "Die Häuser haben mehrere Sekunden lang heftig gewackelt." Schaden an Gebäuden ist dabei keiner entstanden, wie Katastrophenschutzreferent LH Jörg Haider mitteilte.
Beben auch in Graz
Einen recht kräftigen Erdstoß verspürten am Montagnachmittag zahlreiche Bewohner der steirischen Landeshauptstadt Graz. Bei der Stelle der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik am Grazer Flughafen Thalerhof gingen laut einem Bediensteten rund 150 besorgte Anrufe ein. Über die Intensität ist noch nichts bekannt, ebenso liegen noch keine Berichte über Schäden vor.
Laut einem Bediensteten der ZAMG in Graz waren die Erdstöße weithin in Österreich spürbar. Laut einem Augenzeugen hätten im nördlichen Grazer Stadtteil Andritz Gebäude "sogar geschwankt". Spürbar waren die Erdstöße weiters auch in Tirol, Salzburg, Oberösterreich und Wien
Zwei Tote in Slowenien
Eine Frau in Kobarid, wo das Epizentrum lag, starb an einem Herzanfall, gab der Kärntner Landeshauptmann Haider am Nachmittag bekannt. Laut dem slowenischen Zivilschutzdirektor Bojan Zmauvc war die Zufahrt nach Kobarid nach einer Hangrutschung unpassierbar. Zudem starb ein italienischer Bergsteiger, der von einer Steinlawine begraben wurde. In der Nähe des Ortes, der etwa 80 Kilometer westlich der Hauptstadt Laibach liegt, war nach Angaben der Behörden das Epizentrum des Bebens.
Die seismische Bewegung, die Stärke Fünf auf der nach oben offenen Richter-Skala erreichte, hat laut Zmauvc ansonsten lediglich mäßige Schäden angerichtet. Bei älteren Häusern gab es Mauerrisse, einige Kamine stürzten ein. Das slowenische Atomkraftwerk Krsko war von dem Beben nicht betroffen.
Telefonstörung in Italien
In Italien hatte das Ereignis eine Störung der Telefonverbindungen zur Folge: Im Raum um Tarvis konnte man mit Handys nicht telefonieren, da einige Mobilfunkmaste durch das Erdbeben beschädigt wurden, berichteten italienische Medien. Das Beben war in der ganzen Region Friaul, vor allem in Udine und Triest deutlich zu spüren. Unter der Bevölkerung brach kurzzeitig Panikstimmung aus: Erinnerungen an das verheerende Erdbeben in Friaul aus dem Jahr 1976 wurden wach, bei dem rund 1.000 Menschen getötet wurden. Viele rannten in Panik auf die Straßen. (apa/red)
