Freitag, 9. Juli 2004

Seit nur noch Schumacher in der Formel 1 gewinnt, gibt es einen neuen Ferrari-Boom

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Dank der Siege in der Formel 1 verkauft Ferrari heuer mehr Autos als je zuvor. Auch in Österreich bricht das Griss um die Autos aus Maranello alle Rekorde. Auch die Ferrari-Devotionalien lassen die Kassen klingeln. 4.500 Autos werden heuer an Ferraristi ausgeliefert, sogar mehr als während der vom Tod des Firmengründers Enzo Ferrari ausgelösten Ferrari-Hysterie Ende der achtziger Jahre.

In Maranello dominieren die Roten. Regelmäßig singen in den Gassen der 15.000 Einwohner zählenden italienischen Kleinstadt nahe Modena die Zwölfzylindermotoren von Ferrari. Im Restaurant Cavallino lächeln Ferrari-Pilot Michael Schumacher und Exfahrer Niki Lauda von lebensgroßen Fotos herab. Die Trafiken verkaufen Farbstifte und Wimpel mit dem Ferrari-Logo, einem schwarzen Hengst auf gelbem Grund.

Ferarri-Füller um 7.000 Euro
Das große Geschäft mit den Devotionalien der Kultmarke macht in Maranello der im Eigentum der Fiat-Tochter Ferrari befindliche Flagship-Store in der Via Abetone Inferiore. Dort gibt es Ferrari-Füller um 7.000 Euro und ferrarirote Laptops um 2.100 Euro. Verkäuferin Natalia Maccari hat jüngst Verstärkung hinter dem Ladentisch bekommen: "Seit Michael Schumacher dauernd gewinnt, läuft das Geschäft toll."

Erfolgreichstes Jahr der Firmengeschichte
Im Windschatten des Weltmeisters schnurrt das Unternehmen Ferrari derzeit auch im Kerngeschäft mit den Sportwagen auf Hochtouren: 4.500 Autos werden heuer an Ferraristi ausgeliefert, sogar mehr als während der vom Tod des Firmengründers Enzo Ferrari ausgelösten Ferrari-Hysterie Ende der achtziger Jahre.

Umsatzexplosion
Statt der Motoren der Rennwagen explodiert der Umsatz: 1,2 Milliarden Euro waren es 2003. Im ersten Quartal 2004 verzeichnete Ferrari-Boss Jean Todt 18 Prozent Steigerung. Todt: "Wir erleben wirtschaftlich wie sportlich das erfolgreichste Jahr in der Firmengeschichte" (siehe Interview Seite 52).

Ferraris in Österreich
Günter Sieber, Chef des österreichischen Ferrari-Generalimporteurs Denzel, wehrt sich gegen eine allzu enge Verknüpfung des Autoabsatzes mit dem Formel-1-Erfolg: "Unsere Klientel kauft in sportlich schlechten Zeiten genauso wie in guten", baut er für eine allfällige Pechsträhne Schumachers vor. Doch auch Sieber konstatiert: "International war die Aufmerksamkeit für die Marke Ferrari nie so groß wie jetzt."

2003: 43 neue Ferraris zugelassen
Die österreichische Zulassungsstatistik weist für 2002 jedenfalls noch 28 neue Ferraris aus, 2003 waren es 43. 752 Ferraris sind hierzulande zugelassen. Sie verteilen sich auf 650 Besitzer. Zu ihnen gehören Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz, Banker Julius Meinl V., Juwelier Hans Schullin, Papierunternehmer Christian Trierenberg und Ex-Teamgoalie Michael Konsel. (Lesen Sie mehr im FORMAT Nr. 28)

9.7.2004 15:17