FIrmen spionieren ihren Kunden nach: Nur jeder 2. User ist sich dessen bewusst
- Einsatz von "Data Minig" soll weiter verstärkt werden
- 90% der User wünschen sich besseren Datenschutz
Schon jedes zweite Unternehmen durchleuchtet seine Kunden im Internet. Mit den so genannten Data Mining-Methoden versuchen sie, "den Kunden individuell kennenzulernen und ansprechen zu können", mitunter wohl aber auch, um die Daten weiterzuverkaufen. Nur 45 Prozent der User sind sich aber bewusst, dass sie beim Surfen Spuren hinterlassen.
In Österreich eine leicht unterschätzte Problematik: Nur 45 Prozent der heimischen Internet-Benutzer sind sich dessen bewusst, dass sie beim Surfen im Internet Spuren hinterlassen, ergab eine Studie der Wiener Wirtschaftsuniversität.
Einsatz soll noch verstärkt werden
Beim Data Mining werden von Unternehmen Daten der Kunden im Internet gesammelt und ausgewertet, um Muster und Strukturen bei den Gewohnheiten der Kunden aufzudecken. 87 Prozent der Unternehmen gaben bei der deutschen Umfrage an, dass ihre Data Mining Projekte eine hohe Profitabilität aufweisen. In Zukunft wollen die Unternehmen demnach die Möglichkeit des Data Mining noch verstärkt einsetzen.
90% wollen verbesserten Datenschutz
Auch in Österreich dürfen Händler, wenn auch nur unter ganz bestimmten Umständen, Kunden- und Interessenten-Daten, ohne deren Zustimmung auswerten und sogar an professionelle Datenhändler verkaufen. Bei den heimischen Konsumenten stoßen die Pläne allerdings auf wenig Gegenliebe. Nach der Umfrage der WU-Wien sprechen sich 90 Prozent der Österreicher für einen verbesserten Datenschutz aus. Immerhin 39 Prozent der Befragten sehen im Data Mining "eine Gefahr für den privaten Lebensbereich". Die WU-Experten sind daher überzeugt, dass bessere Datenschutzmaßnahmen eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine Belebung des Handels im Internet (E- Commerce) seien.
Daten können gesperrt werden
Schon jetzt hat aber jeder Österreicher das Recht seine Daten für Werbezwecke zu sperren. Die Wirtschaftskammer Österreich hat zu diesem Zweck eine spezielle Liste, die so genannte Robinson Liste ins Leben gerufen, betont man von Seiten der heimischen Internet- Betreiber. (APA/red)
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