Schwerer Beginn in der Hofburg
- Heinz Fischers überschattete erste Tage.
- Das Interview zum Amtsantritt.

Der neue Bundespräsident über die dramatischen Abschiedstage von Thomas Klestil, den schweren Start und seine ersten Pläne.
Der Kontrast hätte schärfer nicht sein können. Sonntag noch trat ein strahlender, braun gebrannter, erholter designierter Bundespräsident öffentlich auf: In Heide Schmidts politischer Matinee in der Nationalbibliothek plauderte Heinz Fischer aus seinem Leben, erzählte von der letzten Begegnung mit dem 90-jährigen Sir Karl Popper, der eifrig, aber wackelig die hohe Leiter zu den Bücherregalen hinaufkletterte, um ein bestimmtes Buch zu suchen, räsonierte über Kindheit und Alter, Politik und Religion, Akkumulation der Macht und Schwierigkeiten der Demokratie. Die bunt gemischte Zuhörerschaft war sichtlich erfreut über den neuen, direkten Dialog mit dem neuen Staatsoberhaupt. Abends dann das Gemeinschaftserlebnis des Fußball-EM-Finales in der Wiener Krieau, bei der vom ORF veranstalteten Übertragung auf der Großleinwand. Es war ein gutes Wochenende vor dem Amtsantritt.
Ein schwerer Amtsantritt. Und dann das Unvorstellbare, der Zusammenbruch des Amtsvorgängers Thomas Klestil drei Tage vor dem Wechsel in die Pension. Als Heinz Fischer Montagabend zur schlimmen Nachricht Stellung nehmen sollte, stand ihm der Schock deutlich ins Gesicht geschrieben.
Und doch. Das Leben geht weiter, das politische Geschehen dreht sich weiter, der neue Bundespräsident ist mit Donnerstag im Amt. Ein schwerer Beginn.
Das sorgfältig zusammengestellte Programm vom Festakt im Parlament über Flaggenparade am Heldenplatz mit anschließendem Fest der Bevölkerung samt Gulaschkanonen, den Besuchen bei Caritas, Volkshilfe und Evangelischer Diakonie, der Kranzniederlegung beim Grab von Kardinal König, dem ersten offiziellen Zusammentreffen mit Kardinal Schönborn, den Landeshauptmännern von Wien und Niederösterreich als Anfang in der ganzen Runde, mit dem Bundespräsidenten der Schweiz in Salzburg, den ersten Auslandsbesuchen in Ungarn und Slowakei bis zum Festspielreigen in Salzburg, Bregenz, beim Carinthischen Sommer und im burgenländischen St. Margarethen: alle Termine wohlüberlegt und sorgfältig zusammengefügt. Und dann war alles neu zu ordnen und auf das vertretbare Minimum zusammengestrichen.
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PLUS: Der neue Bundespräsident Heinz Fischer im Interview über Thomas Klestils
Abschieds-Drama, den schweren Start und seine ersten Hofburg-Pläne.
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