Prinzhorn in NEWS für Sonntags- und Feiertagsarbeit: Rüffel für WKÖ-Leitl
- Thomas Prinzhorn ortet öffentlich Bedienstete in der Politik als Reform-Bremser
Mit dem Industriellen und Dritten Nationalratspräsidenten Thomas Prinzhorn steigt nun auch ein FP-Politiker massiv in die derzeitige Arbeitsdiskussion ein.
In einem Interview für die neue Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS fordert Prinzhorn ein flexibles Arbeitszeit-Modell, das Sonntags- und Feiertagsarbeit zulässt. "Wir sollten es schrittweise angehen und bei der Abschaffung von sogenannten Fenstertagen beginnen. Donnerstag-Feiertage könnten auf Freitage verlegt werden." Kritik übt er an Institutionen wie Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer, die Prinzhorn als "Gralshüter der Feiertage" sieht.
Einen Rüffel erteilt der Industrielle Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl: "Wenn Leitl sagt Sonntags nie, kann ich nur sagen, Sonntag spielt sich rund um Österreich schon längst alles ab", so Prinzhorn in NEWS.
Als "Bremser" von Reformen im Arbeits- und Wirtschaftsbereich ortet Prinzhorn öffentlich Bedienstete in der Politik. "Der geschützte Bereich, die Beamten und öffentlich Bediensteten sind nach wie vor dominant, vor allem beim großen Regierungspartner ÖVP", so Prinzhorn im NEWS-Interview. Der FP-Politiker spart aber auch nicht mit Selbstkritik: "Die Freiheitlichen sind von ihren Ansätzen, die sie in den 90er Jahren erfolgreich machten, abgerückt", so Prinzhorn in NEWS. "Das ist nicht die Fortsetzung des Erfolgskurses jener 27-Prozent-Partei, die ich noch maßgeblich mitgestaltet habe. Heute sind die Freiheitlichen durch sehr viel Selbstverschulden in eine Situation geraten, die alarmierend ist", analysiert der FP-Politiker.
Der prominente Papierindustrielle sieht in den derzeit "überregulierten Rahmenbedingungen" massive Nachteile für den Wirtschaftsstandort Österreich und begründet im NEWS-Interview auch seine jüngste Betriebsgründung in Ungarn mit flexibleren Arbeitsbedingungen in dem neuen EU-Land. "Die Wirtschaft weicht dem Kostendruck in regulierten Systemen aus", so Prinzhorn. "In Ungarn muss ich nicht diskutieren, ob 38 oder 40 Stunden pro Woche gearbeitet wird", erklärt der FP-Politiker in NEWS. "Die globalisierte Wirtschaft geht dorthin, wo der Standort entspricht", warnt Prinzhorn.
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