Ölkonzern Yukos wartet auf sein Ende: Commerzbank-Chef appelliert an Moskau!
- Regierung soll das Unternehmen nicht zerschlagen!
- Cobank selbst soll mit rund 80 Mio. Euro engagiert sein
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Kisten mit Dokumenten wurden beschlagnahmt
Der Yukos-Konzern bekommt Hilfe aus Deutschland: Kurz vor der Zwangsvollstreckung appeliert der Chef der Commerzbank, Klaus-Peter Müller, an die russische Regierung, den Ölkonzern Yukos nicht zu zerschlagen. In einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters sagte Müller, die Steuerschulden von Yukos in Milliardenhöhe müssten jedoch beglichen werden.
Ein Konsortium mit Beteiligung der Commerzbank und der Deutschen Bank hatte Yukos ein Darlehen von einer Milliarde Dollar gewährt und stellt dieses nun fällig. Das Engagement der Commerzbank soll nach Angaben aus Bankenkreisen bei rund 80 Millionen Euro liegen. Müller bestätigte die Zahl nicht.
"Ich hoffe, dass es eine Lösung gibt, bei der es gelingt, Yukos zu erhalten und die Steuerschulden zu begleichen", sagte Müller auf der Rückreise von Moskau, wo er den deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder neben anderen Wirtschaftsvertretern bei dessen Russland-Besuch am Donnerstag begleitet hatte.
"Ich nehme von außen zur Kenntnis, dass das Unternehmen eine Steuerschuld hat. Wenn das so ist, steht es niemandem an zu kritisieren, dass die Steuerschuld eingetrieben wird. Aber das Unternehmen zu zerschlagen, scheint mir eine wirtschaftlich nicht vertretbare Maßnahmen zu sein." Müller betonte, die Commerzbank habe Schröder nicht gebeten, für sie aktiv zu werden.
Der angeschlagene Ölkonzern hat sich nach Ablauf der Nachzahlungsfrist am Mittwoch für eine Steuerschuld von 3,4 Milliarden Dollar auf die Zwangsvollstreckung eingestellt. Allerdings hoffte das Unternehmen zugleich doch noch auf eine Einigung mit der Regierung, um einen drohenden Bankrott abzuwenden.
Yukos beschäftigt mehr als 100.000 Mitarbeiter und fördert rund ein Fünftel des gesamten russischen Rohöls. (apa/red)
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