300 Millionen Euro Investition: Rewe startet mit Billa in Russland
- Langfristiges Engagement des Rewe-Konzerns
- Rewe-Austria betreut den neuen Markt in Osteuropa
Die zweitgrößte Lebensmittelgruppe Deutschlands Rewe startet unter "Billa" in den russischen Lebensmittelhandel ein. 303 Millionen Euro investiert der Konzern. Rewe-Chef Dieter Berninghaus hat am Donnerstag in Moskau in Anwesenheit des deutschen Bundeskanzlers Gerhard Schröder und Russlands Präsident Wladimir Putin einen Rahmenvertrag über ein Joint-venture mit der Marta Holding unterzeichnet, teilte Rewe mit.
Der für Rewe neue Markt wird von Österreich aus über die Rewe-Tochter Rewe Austria betreut, bestätigte Rewe-Sprecher Wolfram Schmuck der APA. Eine Zahl der geplanten Märkte in Russland sowie Umsatz- und Ergebnisziele nannte Schmuck nicht, nur soviel: "Es handelt sich um einen beträchtlichen neuen Umsatz für Rewe-Autria". Das Engagement sei langfristig angelegt, neue Märkte sollen schnell eröffnet werden.
Beide Unternehmen investieren in den nächsten drei bis fünf Jahren 500 Mio. Dollar in das künftige Gemeinschaftsunternehmen Billa Russia, an dem Rewe 75 Prozent und Marta 25 Prozent hält. Die bisher von Marta betriebenen Supermärkte, die zu einem überwiegenden Teil zur internationalen Spar-Gruppe zählten, werden auf die Marke "Billa" umgestellt. Bis Ende des Jahres sei geplant, in Moskau mindestens 20 Märkte umzustellen und neu zu eröffnen.
"Der Eintritt in den russischen Markt ist für die Rewe ein logischer Schritt im Zuge der konsequenten Internationalisierung der Handelsgruppe", sagte Rewe-Chef Berninghaus. In keinem anderen europäischen Land biete der Einzelhandelsmarkt ähnliche Potenziale wie in Russland. Rewe werde mit Billa Russia in Moskau starten, wolle aber auch in anderen Regionen und Städten expandieren. Rewe verfüge mit Billa über eines der modernsten und europäisch erfolgreichsten Supermarktkonzepte, sagte Beringhaus.
Rewe ist bereits in acht anderen osteuropäischen Ländern mit Märkten vertreten, die mit Ausnahme von Polen aus Österreich betreut werden. Insgesamt kommt die Kölner Gruppe mit mehr als 250.000 Mitarbeitern in 13 Ländern auf einen Jahresumsatz von rund 40 Mrd. Euro. In den osteuropäischen Ländern lag der Umsatz 2003 bei 2,4 Mrd. Euro.
Rewe Austria ist mit Billa, Merkur, Bipa, Mondo/Penny, Emma Marktführer in Österreich. Von Österreich aus betreut wurden bisher die osteuropäischen Ländern Kroatien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Ukraine, Slowakei und Tschechien.
2003 ist der Brutto-Umsatz von Rewe Austria mitsamt der von Österreich aus betreuten Auslandstöchter um 6,9 Prozent von 7,2 auf 7,7 Mrd. Euro gestiegen. Das Filialnetz wurde von 2.246 auf 2.350 Märkte ausgeweitet. Im Rewe Austria-Konzern waren im vergangenen Jahr 48.200 Mitarbeiter beschäftigt, um 2,3 Prozent mehr als 2002.
Die Marta Holding ist eine diversifizierte Gruppe, die in den vergangenen drei Jahren erfolgreich Einzelhandelsaktivitäten im Lebensmittelbereich gestartet hat, teilte Rewe mit. Das Unternehmen geht hervor aus einer 1992 gegründeten Möbelproduktion. Über den Import hochwertiger Baustoffe und Verpackungsmaterialien und die Investition in eigene Produktionsstätten fand Marta den Zugang zur dynamischen Einzelhandelsbranche. Seit 2001 wurden unter der westeuropäischen Marke "Spar" die ersten Supermärkte in Moskau aufgebaut. Die Holding beschäftigt inzwischen fast 5.000 Mitarbeiter. (apa/red)
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