Dienstag, 6. Juli 2004

Für Bau neuer Auto-Modelle: Hunderte Millionen Euro will DaimlerChrysler sparen

  • Löhne in der Montage um bis zu 700 € senken
  • Die Arbeitnehmervertretung kündigte Proteste an

Der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler will nach den Worten von Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm beim Bau neuer Modelle in seinen deutschen Werken einen höheren dreistelligen Millionenbetrag an Personalkosten einsparen. Die Arbeitnehmervertretung kündigte Proteste an.

"Das Unternehmen fordert mehrere hundert Mio. Euro an Einsparungen", sagte Klemm am Dienstag in Karlsruhe auf einer IG-Metall-Konferenz. Das sei die Bedingung für die Entscheidung zum Bau neuer Modelle, die 10.000 Arbeitsplätze in Deutschland bis 2012 sichern könnten. "Arbeitsplatzsicherheit hat oberste Priorität", zeigte sich Klemm kompromissbereit. Ein Angebot des Betriebsrats, durch Verzicht auf vereinbarte Lohnsteigerungen mindestens 180 Mio. Euro einzusparen, sei vom Vorstand von DaimlerChrysler aber als unzureichend abgelehnt worden.

Widerstand kündigte Klemm gegen Forderungen an, im Zuge der Angleichung von Arbeiter- und Angestellten-Gehältern die Löhne in der Montage um bis zu 700 Euro im Monat zu senken. "Daran erkennt man, auf welch schrägem Weg die Verantwortlichen in diesem Unternehmen sind", sagte der Betriebsratschef. Er lehne Einschnitte in den Tarifvertrag und die Arbeitszeit kategorisch ab. "Man wird in den nächsten Tagen viel von einer Belegschaft hören, die sich noch zu wehren weiß", kündigte Klemm Proteste an.(apa/red)

6.7.2004 15:38