Staat gibt Rolle als Hausherr ab: 58.000 Wohnungen an privates Konsortium verkauft
- Finanzminister Grasser unterzeichnete den Kaufvertrag
- Barerlös für Republik Österreich: 961 Millionen Euro!
Die Republik Österreich hat rund 58.000 Wohnungen an ein privates Konsortium verkauft. Finanzminister Karl-Heinz Grasser und die Investoren von Raiffeisenlandesbank OÖ, Hypo OÖ, OÖ Versicherung, Immofinanz und Wiener Städtischehaben am Dienstag den Kaufvertrag unterzeichnet. Der Barerlös, den die Republik für die Wohngesellschaften Buwog, WAG, EBS und ESG lukriert, beträgt 961 Millionen Euro.
RLB-Chef Ludwig Scharinger, der Sprecher des Käuferkonsortiums, versprach, mit den erworbenen Wohnungen "sehr sorgfältig umzugehen" - es sei wichtig gewesen, dass österreichische Investoren zum Zug gekommen seien. Günter Geyer, Generaldirektor der Wiener Städtischen, sprach von einer "win-win-Situation" für Steuerzahler und Mieter.
Nach dem Grundsatz "einmal gemeinnützig, immer gemeinnützig" unterliegen bestehende und künftige Mietverhältnisse auch weiter dem Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG). Sollte es in den nächsten zehn Jahren zu Anpassungen des Gesetzes kommen und (neue) Nutzer höhere Mieten zahlen müssen, kann der Verkäufer Nachbesserungen beim Preis verlangen. Immofinanz-Chef Karl Petrikovics versprach, den Wohnungsbestand laufend zu modernisieren und den Mietern ein "fairer Partner" zu sein.
Die Wohnungsprivatisierung - die größte derartige Transaktion in der Zweiten Republik - habe ihn ab dem Beginn seiner Amtszeit 2000 begleitet, erinnerte Grasser. Am Ende sei für den Steuerzahler ein "sehr adäquater Verkaufspreis" und für die Mieter ein "stabiler" österreichischer Vermieter herausgekommen.
Das Käuferkonsortium wird sich die erworbenen Gesellschaften aufteilen: Die oberösterreichischen Konsortiumsteilnehmer sowie die Wiener Städtische werden gemeinsam die hauptsächlich oberösterreichischen Gesellschaften WAG und EBS besitzen, die Buwog geht an die Immofinanz über. Die Villacher ESG wird von beiden Teilen des Konsortiums gehalten. (apa/red)
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