Montag, 5. Juli 2004

Milliarden Dollar dringend gesucht: Yukos- Gläubigerbanken fordern Rückzahlung

  • Westliches Bankenkonsortium verlangt eine Milliarde €
  • Steuerbehörden wollen 5,6 Milliarden Euro Nachzahlung

Ein westliches Bankenkonsortium hat von dem angeschlagenen russischen Ölkonzern Yukos die Rückzahlung eines Milliardenkredits verlangt. Das Gläubigerkonsortium unter Führung der Société Générale fordere 1 Mrd. Dollar (823 Mio. Euro) von dem vor der Pleite stehenden Unternehmen zurück, teilte ein Yukos-Sprecher am Montag in Moskau mit. Durch die formelle Erklärung des Verzugs bei der Rückzahlung können nun Verzugszinsen und gegebenenfalls Schadenersatz verlangt werden.

Am Wochenende hatte die Justiz Dokumente und Computer des Konzerns beschlagnahmt. Die Steuerbehörden fordern von Yukos Nachzahlungen in Höhe von etwa 5,6 Mrd. Euro. Die Hälfte der Summe ist noch in dieser Woche fällig. Analysten in Moskau erwarten, dass der bisher größte russische Ölkonzern im Interesse des Kremls zerschlagen wird. Der frühere Konzernchef und Mehrheitseigner Michail Chodorkowski muss sich wegen diverser mutmaßlicher Betrugsdelikte vor Gericht verantworten.
(apa)

5.7.2004 09:14