Montag, 5. Juli 2004

Keine Ferrari-Dominanz an der Börse: Fiat-Konzern sagt Ferrari-Börsengang ab

  • Als Grund gibt Konzern an: "Bedingungen zu schlecht"
  • Weniger Bedarf nach frischem Geld

Der Fiat-Konzern will den geplanten Börsengang seiner Sportwagen-Tochter Ferrari nun doch absagen. "Die Bedingungen für einen Börsengang in absehbarer Zeit sind einfach zu schlecht", erklärte Sprecher des italienischen Mutterkonzerns.

Zudem sei der Bedarf nach frischem Geld nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit, zitiert das Blatt den Sprecher in Turin weiter. Die Lage des mit rund 21 Mrd. Euro verschuldeten Konzerns habe sich gebessert. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass es weiter aufwärts gehe.

Ähnlich argumentiert dem Bericht zufolge auch die Commerzbank, die vor zwei Jahren für 228 Mio. Euro einen Zehn-Prozent-Anteil an Ferrari übernommen hat. "Ein Börsengang hat nicht mehr Priorität", zitiert die Sonntagszeitung einen Sprecher des Frankfurter Geldinstituts. Inzwischen sei man für Gespräche mit einem Einzel-Investor sehr aufgeschlossen. Konkrete Verhandlungen gebe es zurzeit aber nicht. "Wir sprechen das weitere Vorgehen mit unseren Partnern ab", habe der Banksprecher weiter erklärt.

Ein Konsortium um die italienische Großbank Mediobanca hatte im Sommer 2002 von Fiat 34 Prozent an Ferrari erworben und ein Zehn-Prozent-Paket an die Commerzbank weiterverkauft. Damals wurde betont, es handle sich bei dem Einstieg um eine rein finanzielle und keine strategische Entscheidung.
(apa)

5.7.2004 08:05