Mittwoch, 7. Juli 2004

Nach Rehhagel-Absage: Wird Matthäus neuer Teamchef in Deutschland?

  • Beckenbauer bringt "Loddar" offiziell ins Spiel
  • Matthäus: "Bin noch nicht kontaktiert worden"

Franz Beckenbauer hat erstmals offiziell Lothar Matthäus als möglichen Kandidaten für das Amt des deutschen Fußball-Teamchefs ins Gespräch gebracht. "Ich bin überzeugt: Wenn wir uns in den nächsten Tagen treffen, wird Lothar Matthäus ein Thema sein", sagte der DFB-Vizepräsident am Sonntagabend in der ARD-Sportschau über den deutschen Rekord-Nationalspieler. Der werde seinen Weg machen. Matthäus erklärte daraufhin, er sei "noch nicht kontaktiert worden. Deshalb muss ich mir noch keine Gedanken machen."

Nach Ottmar Hitzfeld hat am Samstag auch Otto Rehhagel dem DFB einen Korb gegeben und auf das Amt des Bundestrainers verzichtet. In einem Telefongespräch mit Beckenbauer sagte der Coach von Europameister Griechenland ab.

Rehhagel soll im Telefonat mit Beckenbauer um Verständnis für seinen Schritt gebeten und erklärt haben: Er stehe beim griechischen Fußballverband im Wort, habe sich in drei Jahren dort etwas aufgebaut und möchte seinen bis zur WM 2006 laufenden Vertrag erfüllen.

Beckenbauer hatte in der "Bild"-Zeitung, deren Kolumnist er ist, mehrfach die Qualifikation Rehhagels hervorgehoben und damit den Eindruck erweckt, er wolle ihn als Bundestrainer. Nach einem Bericht des Blattes (Samstagausgabe) sollte dem Trainer-Routinier ein Gehalt von 5 Millionen Euro bis zur WM 2006 angeboten werden. Zugleich wollte der DFB versuchen, den 65-jährigen mit einer Summe von 1 Million Euro beim griechischen Verband "auszulösen".

Damit ist auch ein Ultimatum des griechischen Verbandes wieder vom Tisch. Nach einem Bericht des staatlichen griechischen Fernsehens (NET) wollte der Verband Rehhagel demnächst ultimativ auffordern, seine Pläne offen zu legen.
(apa/red)

7.7.2004 09:00