Dienstag, 6. Juli 2004

Im DFB kündigt sich ein Machtkampf an: Zwanziger fordert Mayer-Vorfelder heraus

  • Schatzmeister bewirbt sich um Präsidenten-Amt
  • Fieberhafte Versuche, Kampfabstimmung zu vermeiden

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) steht vor einem Machtkampf. Um den Posten des Präsidenten werden sich auf dem Bundestag am 23./24. Oktober in Osnabrück der Amtsinhaber Gerhard Mayer-Vorfelder und DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger bewerben. Das teilte DFB-Sprecher Harald Stenger am Dienstag früh nach der außerordentlichen Präsidiumssitzung mit, die erst gegen Montag Mitternacht in Frankfurt/Main beendet worden war.

Allerdings soll noch versucht werden, eine Kampfabstimmung zu vermeiden. Das DFB-Präsidium habe beschlossen, eine Gruppe von Mitgliedern des Präsidiums sowie der regionalen Landesverbände zu beauftragen, im Interesse des Verbandes eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

In der Pressemitteilung heißt es wörtlich: "Das DFB-Präsidium hat intensiv über die unterschiedlichen Positionen in der Frage der Führung des Verbandes diskutiert. Dabei hat Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder erklärt, dass er sich, sofern er satzungsgemäß vorgeschlagen wird, zur Wiederwahl stellen wird. DFB-Schatzmeister Theo Zwanziger hat angekündigt, dass er, sofern er satzungsgemäß vorgeschlagen wird, ebenfalls für das Amt des Präsidenten kandidieren wird."

Zwanziger hat seine Kandidatur um die DFB-Präsidentschaft mit der Kritik am Führungsstil von Mayer-Vorfelder begründet. "Ich habe feststellen müssen, dass sein Führungsstil nicht der ist, der in einem demokratisch ehrenamtlich geprägten Verband überall auf Freude stößt", erklärte Zwanziger. Von daher wolle er eine Alternative für einen anderen Führungsstil sein.

Den Schwerpunkt der Arbeit eines DFB-Präsidenten sieht Zwanziger in der Nachwuchsförderung. Zwar nehme die Organisation der Weltmeisterschaft 2006 großen Stellenwert ein, aber damit höre die Arbeit nicht auf. Neben der gesellschaftlichen Herausforderung bei der Jugendarbeit gehe es im Fußball um den Ausbau des Spitzensports.

(apa/red)

6.7.2004 09:56