Vereinigung der Fußballer kritisiert weiter: Fußball-Bundesliga sei "Wunderwelt"
- Insolvenz-Verfahren für BSV Juniors unausweichlich
- Bundesliga hätte Verein keine Lizenz gegen dürfen
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"Hat die Liga komplett
aus der Hand gegeben"
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Wettbewerbsverzerrungen in neuer Saison befürchtet
Die Vereinigung der Fußballer (VdF) bezeichnet die heimische Fußball-Bundesliga als "Wunderwelt" mit "unendlicher Geschichte". Die jüngste Fortsetzung schreibt BSV Juniors Bad Bleiberg, der Absteiger aus der Red Zac-Erste Liga. Wieder einmal hätten alle Kontrollinstanzen versagt, wieder einmal werde ein so genanntes Lizenzierungsverfahren, für das sich Österreichs Fußball als Vorreiter in Europa rühme, ad absurdum geführt und wieder einmal steht ein Klub vor dem Aus, wettert die Spielergewerkschaft.
Der Kärntner Verein scheint nach dem K.O.-Schlag im Profi-Fußball überhaupt am Ende. Seit Februar sollen vom Kooperationspartner des FC Kärnten keine Spieler-Gehälter mehr ausbezahlt worden sein. "Nach den der VdF vorliegenden Unterlagen ist ein Insolvenz-Verfahren unausweichlich", erklärt VdF-Geschäftsführer Rudolf Novotny am Freitag. Dabei hätte es vor wenigen Wochen noch hochtrabende Bestrebungen gegeben, die Lizenz des ebenfalls desolaten SC Interwetten.com zu erwerben.
"BSV Juniors hatte auch schon im Vorjahr - trotz aller bereits offensichtlichen Finanz-Probleme - eine Lizenz erhalten. Noch vor wenigen Wochen wurde dem Klub von der Bundesliga erneut ein wirtschaftlicher Persilschein für eine Zukunft bis 2005 ausgestellt worden. Bleiberg erhielt die Lizenz ohne jede Auflage", heißt es in einer VdF-Presseaussendung. Dazu Novotny: "die Bundesliga hat aus der spektakulären Insolvenz des FC Tirol keine Lehren gezogen. Es wird Zeit, dass die Liga die Verantwortung für jene Schäden übernimmt, die von ihr mitverschuldet werden. Die derzeitige Situation ist untragbar!"
Der "Fall Bad Bleiberg" ist laut VdF der bereits 16. tiefe Fall eines Verein seit Gründung der Bundesliga 1974. Novonty wies darauf hin, dass sich die Rechtskosten für seine Vereinigung pro Jahr bereits in sechsstellige Euro-Höhe belaufen. Neben dem beträchtlichen Imageschaden für den Fußball kämen auch unschuldige Beteiligte zum Handkuss. Immerhin finanziere auch die öffentliche Hand (durch den Insolvenzausgleichsfonds) solche Pleiten. Die Bundesliga sei ein Fass ohne Boden, die Situation werde weiterhin schöngeredet und es sei keine Besserung in Sicht, meint die VdF.
(apa)
