TV-Fußball neu: Ab jetzt rollt das runde Leder bei den Sendern Premiere und ATV+
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·ORF und Premiere noch nicht einig!
Vorerst keine Bundesliga-Kurzberichte im ORF?
·Die TV-Pläne von Premiere & ATVplus
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·"Nicht GAK, Austria
ist der Gejagte"
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Verdienter Triumph oder Glück der Grün-Weißen?
Rund eine Milliarde Menschen weltweit sahen das EM-Finale Griechenland - Portugal, allein 1,8 Millionen Österreicher waren via ORF dabei. Mit derartigem Fußballinteresse darf die heimische Bundesliga zum Auftakt der neuen Saison zwar nicht rechnen. Trotzdem ist die Erwartungshaltung vor dem Kick-off so hoch wie schon lange nicht. Der Grund: Wenn am 13. Juli Wacker Tirol und GAK die Meisterschaft eröffnen, fällt damit auch der Startschuss für eine neue TV-Ära.
Zum ersten Mal in der österreichischen Fernsehgeschichte läuft der Liga-Fußball heuer nicht mehr im ORF, sondern zur Gänze im Privat-TV.
Die spannenden Fakten: Der Abosender Premiere und ATV+ haben sich um 42 Millionen Euro bis '07 die Lizenzen am Austro-Kick gesichert und im brutalen Verhandlungspoker gegen den ORF durchgesetzt. Dem ORF bleibt nur das Recht (wenn Premiere zustimmt!), pro Spiel 90 Sekunden zu zeigen.
Die Eckpunkte des Deals, der den Vereinen der 1. und 2. Liga ein finanzielles Plus bei den TV-Geldern von fast 50 % beschert:
Im Detail: Premiere bietet am Dienstag bzw. Sonntag das Topspiel der Runde und am Mittwoch bzw. Samstag jeweils vier Spiele in Konferenzschaltung. Plus: Die Spiele der Red Zac Ersten Liga laufen immer freitags in Form einer Fünfer-Konferenz (die genauen Sendetermine für 1. und 2. Liga im Kasten links).
Die günstigste Variante, um in den Genuss des Fußballpakets zu kommen, ist ein Premiere-Austria-Abo, das zurzeit 9,90 Euro pro Monat kostet.
Und: Die Highlights der Red Zac Ersten Liga werden am Freitag gegen 23.00 Uhr gezeigt.
Ehrgeizige Ziele
Insgesamt 1.400 Sendeminuten Fußball warten damit ab sofort jede Runde auf die heimische Fußballklientel - so viel wie noch nie zuvor! Klar, dass Premiere und ATV+ dieses Mega-Angebot auch mit ehrgeizigen Zielen verknüpfen.
Premiere-Boss Georg Kofler, offensiv: "Wir zahlen für den Fußball viel Geld, das soll sich auch auf unsere Abonnentenzahlen auswirken. Bis Juni 2005 wollen wird die Anzahl der österreichischen Premiere-Kunden von 170.000 auf 240.000 steigern."
Um tatsächlich Gewinne verbuchen zu können, muss der Abosender freilich sein mittelfristiges Ziel möglichst rasch verwirklichen: eine Verdopplung des Kundenstamms ...
ATV+ wiederum hofft, mit seiner Bundesligashow auch einen quotentechnischen Volltreffer zu landen. ATV+-Sportchef Mark Michael Nanseck zu TV-MEDIA: "Unser Ziel ist es, im Schnitt 140.000 Zuschauer im ersten Jahr zu erreichen - wobei mir der späte Sendeplatz noch ein wenig Sorgen bereitet."
Fußball ohne Werbepause
Eine durch Werbung zerrissene Fußballshow muss man jedenfalls nicht befürchten. Volltreffer kommt - bei einer Sendedauer von 90 Minuten - mit zwei maximal sechsminütigen Werbeunterbrechungen aus. Gut: Für jeden Matchbericht stehen im Schnitt zehn Minuten zur Verfügung.
Stichwort Volltreffer: Für die Moderation der aufwendigen Show - allein das Studio kostete mehrere hunderttausend Euro, es bietet Krankamera, bewegliche Scheinwerfer, Flatscreens und virtuelle Computeranalyse - hat sich ATV+ für eine unkonventionelle Lösung entschieden.
Mit dem 33-jährigen Ex-TXO-Sieger und ORF-Comedian Max Schmiedl (Echt fett) wurde ein Mann verpflichtet, der schon vor seinem Einstand (am 14. Juli um 22.35 Uhr) heftig polarisiert. Grund: Schmiedl, der privat beim Hietzinger Kultklub Lokomotive Hörndlwald kickt, ist ausgewiesener Rapid-Fan. Der Neo-Moderator beschwichtigt jedoch im TV-MEDIA-Talk: "Ein paar Leute haben sich zwar aufgeregt, aber ich bin kein pubertierender 16-Jähriger und werde sicher nicht Rapid-lastig moderieren."
Auf seine Fußball-Premiere freut sich Schmiedl gewaltig, auch wenn er zum Auftakt "wahnsinnig nervös" sein wird. "Fettes Studio, Livepublikum, das ist alles Neuland für mich. Ich hoffe, die Medien werden galant mit mir umgehen."
Schmiedl und Nehiba als Zugpferde
Kein Risiko geht Premiere mit der Verpflichtung seines Fußball-Frontmannes ein. TV-Profi Christian Nehiba hat 16 Jahre ORF-Erfahrung vorzuweisen und sieht seinen Wechsel ins Privatfernsehen als "ganz große Herausforderung".
Nehiba, der bei Premiere Chefmoderator, Kommentator und Präsentator des Fußballstammtisches Talk & Tore sein wird (und bei ATV+ erste Wahl gewesen wäre), zu TV-MEDIA: "Die Entscheidung für Premiere kam aus dem Bauch - auch aufgrund der Sendungsvielfalt. Ich werde versuchen, noch objektiver und kritischer als im ORF zu sein, aber auch menschlicher."
Für die professionelle Analyse dürfen sich Nehiba und seine Kollegen auf ein Expertenkleeblatt verlassen. Die Exteamspieler Heribert Weber, Peter Stöger, Michael Konsel und Frenkie Schinkels werden bei Premiere abwechselnd mit ihrem Fachwissen glänzen.
ATV+ dagegen vertraut auf die Kenntnisse eines einzigen Experten: Ex-ÖFB-Teamchef Didi Constantini wird Max Schmiedl bei Volltreffer unterstützen.
Zurückhaltend sieht übrigens jener Mann dem Start der neuen TV-Ära entgegen, der zwar maßgeblich am neuen TV-Vertrags mitgewirkt hat, der aber - ein offenes Geheimnis - lieber auch den ORF an Bord gehabt hätte: Ligavorstand Peter Westenthaler.
"Der Vertrag ist in Kraft, jetzt gilt es, das Beste daraus zu machen", so Westenthaler zu TV-MEDIA. Und in Richtung Premiere und ATV+: "TV-Erfolge sind nur durch Quoten messbar. Ein Erfolg wäre daher, die ORF-Quoten zu erreichen oder zu übertreffen. Denn die Bundes-liga muss so viele Menschen wie möglich ansprechen ..."
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