Mittwoch, 7. Juli 2004

ÖFB-Boss Stickler wird nach Urlaub mit Krankl sprechen: "Habe Vertrauen, aber..."

  • "Er hat uns mit seinem Verhalten unter Druck gebracht"
  • Nachfolger für Gramann soll im Herbst gefunden sein

ÖFB-Boss Friedrich Stickler wird es nicht mit seiner öffentlichen Kritik an Hans Krankl bewenden lassen, sondern den Teamchef auch zum Gespräch bitten. Auch Krankl selbst hatte ein solches angekündigt. Zu dem Treffen werde es nach seinem am Montag beginnenden Urlaub kommen, ließ der Lotterien-Chef wissen.

Zur Tatsache, dass Krankl nur ein einziges EURO-Spiel in Portugal erlebt hatte, sei von ihm, Stickler, alles klar und deutlich gesagt worden. "Ich habe Vertrauen in Krankl, aber er hat uns mit seinem Verhalten unter Druck gebracht. Er hat Journalisten und mir versichert, dass dadurch kein Schaden entstehe und er alles im Griff habe. Das hoffe ich für ihn und uns", so der ÖFB-Boss.

Stickler ist nicht Willens zu sagen, wohin Krankl fahren soll. "Aber ich erwarte mir, was er als Teamchef zu tun hat", fügte der Chef hinzu und erinnert an die Gruppen-Auslosung im Dezember in Frankfurt. "Damals haben wir beide eine mutige Aussage getätigt und gesagt: Wir haben eine schwere Gruppe, aber wir wollen uns qualifizieren." Die erste Bewährungsprobe für den 51-jährige Wiener Trainer steht am 4. September gegen England ins Haus.

Der ÖFB-Präsident hat von seinem EURO-Besuch hingegen nachhaltige Eindrücke mitgenommen. "Die EM hat gezeigt, was für kleine Länder wie Griechenland, Lettland, Dänemark oder Schweden möglich ist", sagt Stickler und berief schon im Hinblick auf die Endrunde in vier Jahren in Österreich und der Schweiz den Beginn "des sportlichen Countdowns" aus.

Auf alle Fälle muss sich Stickler um einen neuen Generalsekretär im Verband umsehen, nachdem Wolfgang Gramann aus privaten Gründen seinen Rücktritt erklärt hat. "Gramann wird uns noch solange zur Verfügung stehen, bis im Präsidium die Weichen für einen neuen Mann gestellt sind. Wir werden sorgfältig überlegen und hoffentlich eine gute Entscheidung finden", so der Lotterien-Chef. Der 40-Jährige rechnet damit, dass er zumindest noch bis zum England-Spiel am 4. September für den ÖFB tätig sein wird. (apa/red)

7.7.2004 15:05