Mittwoch, 7. Juli 2004

Kein Ende der Enführungen im Irak: Aufständische verschleppen Ägypter

  • Im Auftrag der USA Kraftstoff transportiert
  • Radioaktives Material im Irak beschlagnahmt

Aufständische haben im Irak nach eigenen Angaben einen Ägypter entführt. Eine Gruppe, die sich selbst "Legitimer Irakischer Widerstand" nannte, erklärte am Mittwoch, der Mann habe im Auftrag der US-Streitkräfte Kraftstoff aus Saudiarabien in den Irak gefahren. Auf einem vom arabischen Fernsehsender Al Jazeera ausgestrahlten Video war der Lastwagenfahrer umgeben von vier bewaffneten und maskierten Männern zu sehen. Der Ägypter hielt seinen Pass in die Kamera.

Das Video ging nach Angaben des Senders am Dienstag bei Al Jazeera ein. Unklar war, ob die Entführer Forderungen für die Freilassung ihrer Geisel gestellt oder mit ihrem Tod gedroht haben.

Radioaktives Material im Irak beschlagnahmt
Die USA haben nach eigenen Angaben angereichertes Uran und anderes waffenfähriges Material aus dem Irak weggeschafft. Mehr als 1,7 Tonnen radioaktiven Materials seien am 23. Juni, wenige Tage vor der Machtübergabe an die irakische Übergangsregierung, beschlagnahmt worden, sagte US-Energieminister Spencer Abraham am Dienstag in Washington.

Abraham nannte die Maßnahme einen "wichtigen Erfolg" für die Regierung von Präsident Bush. Damit sei verhindert worden, dass die Stoffe in die Hände von Terroristen gelangen könnten. Die USA fürchten, dass Terroristen radioaktives Material für die Herstellung so genannter schmutziger Bomben verwenden könnten.

Das Material sei per Flugzeug in die USA gebracht worden, wo es in Anlagen des Energieministeriums gelagert werde, sagte Abraham. Minder radioaktives Material sei im Irak geblieben, wo es für medizinische, landwirtschaftliche oder industrielle Zwecke verwendet werden könne.

Abraham betonte, der Einsatz sei im Einklang mit den einschlägigen UN-Resolutionen erfolgt. Etwa 20 Experten hätten daran teilgenommen. Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) sei im Vorfeld informiert worden. IAEO-Sprecher Mark Gwozdecky sagte in Tel Aviv, seine Behörde habe den UN-Sicherheitsrat schriftlich über die Ausfuhr des Materials durch die USA informiert. (apa/red)

7.7.2004 08:37