Serienmörder Fourniret: Suche nach Opfern geht weiter!
- Serienmörder soll an Frankreich ausgeliefert werden
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In Frankreich wird die Suche nach Opfern des geständigen Serienmörders Michel Fourniret fortgesetzt. Am Dienstag hatten Beamte auf zwei Grundstücken westlich von Paris erfolglos nach Leichen gegraben. Die zuständigen belgischen und französischen Behörden prüfen unterdessen eine Bündelung des Falls bei einem Untersuchungsrichter im französischen Charleville-Mezieres.
In den kommenden Tagen soll nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Reims von Mittwoch mit einem europäischen Haftbefehl Fournirets Überstellung von Belgien, wo er in Untersuchungshaft sitzt, an Frankreich erreicht werden. Der 62-Jährige hat bisher neun Morde in Belgien und Frankreich zugegeben.
Vorerst keine weiteren Opfer gefunden
Die Polizei in Frankreich hat vorerst keine weiteren Opfer des Serienmörders Michel Fourniret gefunden. Auf zwei Grundstücken westlich von Paris haben die Beamten intensiv nach Leichenteilen gegraben.
In Frankreich sollen 30 ungeklärte Mord- und Vermisstenfälle auf eine Verbindung zu Fourniret geprüft werden. Unterdessen berichteten belgische Medien, die Polizei dort habe den Gewalttäter mindestens drei Mal festgenommen, ihn aber immer wieder frei gelassen. Eurocop-Chef Heinz Kiefer kritisierte im Fall Fourniret "große Lücken" bei der grenzüberschreitenden Polizeiarbeit.
In dem Ardennen-Schloss Sautou des 62-Jährigen waren am vergangenen Samstag zwei weibliche Leichen ausgegraben worden. Der Franzose hat bisher neun Morde in Belgien und Frankreich zugegeben. Weitere Fälle in diesen Ländern sowie in den Niederlanden und Dänemark werden gegenwärtig überprüft.
Auch im Burgund bei Auxerre könnte nach Justizangaben bald nach einem Opfer des Sexualstraftäters gesucht werden. Die Ermittler gruben am Dienstag im Garten eines kleinen Hauses im Zentrum von Clairefontaine, das Fournirets zweiter Ehefrau gehört hatte, fanden jedoch nichts. Aufgeschreckt durch die Berichte über den mutmaßlichen Serienmörder hatte eine frühere Bewohnerin der Polizei berichtet, vor mehreren Jahren in einem Schacht im Garten Stofffetzen gesehen zu haben. Daneben inspizierten die Ermittler das Gelände eines Hauses in dem zu Clairefontaine gehörenden Paincourt. In diesem Haus hatte Fourniret von 1966 bis 1984 als Tischler gelebt.
Die belgischen Fahnder hätten Fourniret mehrmals festgenommen, doch fand die Staatsanwaltschaft die Beweise jeweils zu schwach für einen Haftbefehl, berichtete die flämische Zeitung "De Standaard" am Dienstag. 1996 sei der Gewalttäter wegen Waffenschmuggels und Exhibitionismus festgenommen worden. Dann fiel er wegen zwei missglückter Entführungen in den Jahren 2000 und 2001 auf. Es sei unklar, ob die Franzosen seinerzeit auf Fournirets Vorstrafen hingewiesen hätten, schrieb die belgische Zeitung "De Morgen".
Heinz Kiefer, Präsident der Europäischen Polizei-Konföderation (Eurocop), kritisierte in Luxemburg, offensichtlich sei es möglich, dass sich Kriminelle durch einen Umzug innerhalb der EU der Beobachtung durch die Polizei entziehen können. Diese Lücke sollte möglichst bald durch ein Europäisches Strafregister geschlossen werden.
Das Pariser Justizministerium erwägt, die Ermittlungen zum Fall des 62-jährigen Fourniret gebündelt bei dem Untersuchungsrichter von Charleville-Metieres anzusiedeln. Mehrere Zeitungen gingen am Dienstag davon aus, dass der Sexualstraftäter bald von Belgien an Frankreich ausgeliefert werde. Damit dürfte ein späterer Prozess gegen Fourniret in Frankreich abgewickelt werden.
Staatsanwalt Arnoud d'Aspremont Lynden aus Dinant teilte am Dienstag mit, den belgischen Fahndern fehlten bisher Beweise für weitere vermutete Taten des vorbestraften Fourniret. Das zuständige Gericht in Dinant, wo Fourniret seit Juni 2003 wegen eines Entführungsversuchs inhaftiert ist, hat die Untersuchungshaft am Dienstag um einen Monat verlängert.
Fourniret hat seiner Frau Monique Olivier eine aktive Mithilfe bei seinen Taten vorgeworfen. Er habe sie 1987 zum Anlocken eines 17 Jahre alten Mädchens im Südosten Frankreichs aufgefordert, berichtete der belgische Radiosender Bel-RTL unter Berufung auf die Verhöre. Die ebenfalls verhaftete Ehefrau wiederum ließ ihren Anwalt Pierre Barthelemy wissen, sie bereue ihre Enthüllungen über die blutigen Taten ihres Mannes nicht. Ihr wird Beihilfe vorgeworfen.(apa/red)
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