Dienstag, 6. Juli 2004

Atomwaffen: IAEO-Direktor El Baradei zum ersten Mal seit 6 Jahren in Israel

  • Premier Ariel Scharon weist die Idee eines atomwaffenfreien Nahen Osten zurück

Mohammed El Baradei, Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO will keinen Druck auf Israel wegen seiner geheimen Atompolitik ausüben. Bei seinem Besuch in Israel sagte Baradei, er würde es gerne sehen, wenn Israel den Atomwaffensperrvertrag unterstütze.

Das sei jedoch keine Frage des Drucks. "Ich habe nicht die Macht, um Druck auszuüben", sagte der IAEO-Generaldirektor.

El Baradei will bei seinem Besuch für eine atomwaffenfreie Zone im Nahen Osten werben. Israel verfügt nach übereinstimmender Meinung aller Experten seit Jahren über Atomwaffen, gibt dies aber nicht offiziell zu. Der US-Geheimdienst CIA vermutet 200 bis 400 Atomsprengköpfe in Israel.

Ministerpräsident Ariel Sharon hatte am Dienstag gesagt, Israel werde sich auch künftig an der so genannten Politik der "atomaren Zweideutigkeit" festhalten. Israel ist als einziges Land der Region nicht dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. Es unterliegt deshalb nicht den Inspektionen der IAEO. (apa/red)

6.7.2004 13:16