Kerry hat sich entschieden: Senator John Edwards kandidiert als Vizepräsident!
- Der 51-Jährige war Kerry in US-Vorwahlen unterlegen
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Der 51-jährige Senator John Edwards aus North Carolina wird Kandidat der Demokratischen Partei für das Amt des Vizepräsidenten. Das kündigte der Herausforderer von US-Präsident Bush, Senator John Kerry, am Dienstag in Pittsburgh an. Edwards nahm das "Job-Angebot" an: "Ich war begeistert, es zu akzeptieren."
"Ich habe das Vergnügen, Ihnen mitzuteilen, dass mit Ihrer Hilfe der Senator von North Carolina, John Edwards, nächster Vizepräsident der USA wird", sagte Kerry vor seinen jubelnden Anhängern.
Mit Senator John Edwards als Kandidat für das Vizepräsidentenamt will US-Präsidentschaftsbewerber John Kerry bei der Wahl im Herbst Amtsinhaber George W. Bush schlagen. Edwards habe "den Mut, die Entschlossenheit und die Begabung" für das Amt, begründete Kerry am Dienstag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Pittsburgh seine Entscheidung. Er hob Edwards' Eintreten für die Interessen der Mittelschicht und für die innere Sicherheit hervor.
Kerry lobt Ewards' Verdienste
Der 51-jährige Edwards hatte mit Kerry um die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokraten konkurriert, war aber in den Vorwahlen unterlegen. In seiner Kampagne hatte er sich den Ruf eines redegewandten, volksnahen Sympathieträgers erworben.
In einer schriftlichen Erklärung stellte Kerry insbesondere Edwards' Verdienste um die innere Sicherheit und in den Vordergrund: "Im Senat setzte sich John für die Reform unserer Geheimdienste ein, für den Kampf gegen Bioterrorismus und für die Stärkung unseres Militärs." Sowohl Kerry als auch Amtsinhaber George W. Bush wollen die innere Sicherheit und den Kampf gegen den Terrorismus zu Kernthemen ihres Wahlkampfs machen.
Außerdem hob Kerry das Eintreten von Edwards für die wahlentscheidende amerikanische Mittelschicht hervor. "Er versteht und verteidigt die amerikanischen Werte. Er hat Mut und Überzeugung als Vorkämpfer für Amerikaner der Mittelschicht gezeigt." Edwards werde ihm helfen "auf dem Weg, Amerika stärker im Inneren und angesehener in der Welt zu machen".
Eine Umfrage hatte in der vergangenen Woche ergeben, dass Edwards der Favorit der Wähler für die Präsidentschaftskandidatur war. Als weitere Anwärter für die Vize-Kandidatur waren der ehemalige Fraktionschef der Demokraten im Repräsentantenhaus, Richard Gephardt, und der Gouverneur von Iowa, Thomas Vilsack, gehandelt worden. Zuletzt hatten sich Hinweise auf eine Kandidatur Edwards' verdichtet: Nach Angaben von Vertretern der Demokratischen Partei hatte dieser am vergangenen Donnerstag seinen Urlaub in Florida für ein geheimes Treffen mit Kerry in Washington unterbrochen.
Edwards soll Stimmen in den Südstaaten holen
Experten werteten Kerrys Entscheidung als strategischen Schachzug: Der Senator von North Carolina soll dem Bush-Herausforderer Stimmen in den Südstaaten sichern, denen große Bedeutung für den Wahlausgang zukommt. Kerry selbst stammt aus dem Neuengland-Staat Massachusetts im Nordosten. Zudem gilt der charismatische, dynamisch auftretende Edwards als gute Ergänzung des von vielen als hölzern empfundenen Intellektuellen Kerry. Derzeit liefern sich Bush und Kerry in Umfragen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Offiziell nominiert werden sollen Kerry und Edwards auf dem Wahlparteitag der Demokraten Ende des Monats.
Edwards hatte sich im Vorwahlkampf als volksnaher Fürsprecher der kleinen Leute profiliert. Zwar trug er nur in seinem Geburtsstaat South Carolina den Sieg davon, doch errang er in anderen Staaten Achtungserfolge. Vor seiner politischen Karriere hatte sich der Jurist als Spezialist für Schadenersatzklagen einen Namen gemacht und für seine Mandanten aus dem Volk Millionensummen von Versicherungen und Krankenhäusern erstritten. Der Arbeitersohn stammt aus einfachen Verhältnissen und hatte sich zum Millionär hochgearbeitet. Er stieg erst spät in die Politik ein: 1998 wurde er für North Carolina in den Senat gewählt. (apa/red)
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