Montag, 5. Juli 2004

Mordete Fourniret in ganz Europa? Dänemark fordert sein genetisches Profil!

  • Die Suche nach weiteren Opfern wird fortgesetzt.
  • Plus: BILDER des Horror-Schlosses in Frankreich!

Der spektakuläre Fall des mutmaßlichen Serienmörders Michel Fourniret bekommt zunehmend eine europäische Dimension. Die Ermittler befürchten, dass der Sexualstraftäter weit mehr Verbrechen begangen hat als die neun zugegebenen Morde in Belgien und Frankreich. Überprüft werden insgesamt 30 weitere Fälle in diesen Ländern sowie in den Niederlanden und Dänemark.

Die dänischen Behörden wollen das genetische Profil des geständigen französischen Serienmörders Michel Fourniret mit den Spuren eines versuchten Kindsmordes in Dänemark von 1999 vergleichen. "Wir haben die Polizei in Frankreich und Belgien gebeten, uns das DNS-Profil dieses Mannes zu schicken, damit wir es mit den Spuren vergleichen können, die wir in diesem konkreten Fall haben", sagte der dänische Polizeiinspektor Bent Jörgensen von der Kriminalpolizei in Nyköbings Falster am Montagabend im Fernsehsender DR1.

Dänische Ermittler hätten nach der Vergewaltigung und versuchten Erdrosselung eines elf Jahre alten Mädchens ein Phantombild erstellt, das stark an Fourniret erinnere. Das Kind war nach der Tat in Lebensgefahr geschwebt.

Die Elfjährige war 1999 in einem Wald vergewaltigt worden, der in der Nähe des Marielyst-Strandes in Falster liegt, rund 130 Kilometer südlich der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Die dänischen Behörden hatten nach der Spurensicherung eine Erbgutprobe des unbekannten Vergewaltigers an die internationale Polizeibehörde Interpol geschickt, wo sie in die Datenbank aufgenommen wurde.

Allerdings hat die dänische Polizei nie Informationen darüber erhalten, dass die Desoxyribonukleinsäure (DNS) des Vergewaltigers mit der eines bei Interpol registrierten Täters übereinstimmen würde. Fourniret ist laut Jörgensen nicht bei Interpol registriert. "Kann sein, dass es nicht die gleiche Person ist, die wir suchen, aber wir dürfen nichts ausschließen", sagte der Ermittler.

Die meisten Opfer Fournirets waren junge Mädchen, die er vergewaltigte und erdrosselte. Einige Taten soll er so organisiert haben, dass sie anderen Tätern zugeschrieben wurden. Ein von Fourniret gestandener Raubmord an einem Autofahrer Ende der 80er Jahre sei möglicherweise damals aktiven Autobahnpiraten zugerechnet worden, sagte Charpenel. Außerdem wird der Franzose anderer Schwerverbrechen bezichtigt. "Man weiß, dass er hinter bewaffneten Überfällen in Belgien steckt."

Unterdessen mehren sich Hinweise auf Ermittlungspannen im Fall des Triebtäters, der erstmals 1966 wegen Voyeurismus und Exibitionismus verurteilt worden war. Bei dem Schloss Satou in den Ardennen waren am Samstag die Leichen von zwei Opfern Fournirets ausgegraben worden. Sie sollen ab heute in Marseille obduziert werden. (apa/red)

5.7.2004 10:08