Präsidentenwahl in Indonesien: Erste direkt Volkswahl seit 1966
- Fünf Kandidaten stellen sich 155 Millionen Wählern
- Amtsinhaberin Megawati Sukarnoputri vor Abwahl
Sechs Jahre nach dem Sturz des langjährigen Diktators Suharto wählt die indonesische Bevölkerung am Montag zum ersten Mal seit der Ära des 1966 entmachteten Republik-Gründers Sukarno ihren Präsidenten direkt. Die noch von einem Elektorenkollegium gewählte Amtsinhaberin, Sukarnos Tochter Megawati Sukarnoputri, nannte die Volkswahl eine kritische Stufe im Reformprozess des südostasiatischen Staates.
Die 155 Millionen Wahlberechtigten haben die Wahl zwischen fünf Kandidaten. In den Umfragen liegt Megawati weit abgeschlagen. In der Öffentlichkeit besteht der Eindruck, dass die 57-Jährige die Korruption nicht unter Kontrolle bekommt und die Bedürfnisse der Bevölkerung nicht ernst genug nimmt.
Die besten Aussichten hat mit Umfrageergebnissen von etwa 40 Prozent der 54-jährige Vier-Sterne-General Susilo Bambang Yudhoyono, der wegen seiner Kandidatur das Amt des Sicherheitsministers im März niedergelegt hat. Bei einer Amtsübernahme will Yudhoyono verstärkt gegen Separatisten vorgehen - im Mittelpunkt steht hier der Bürgerkrieg in der Provinz Aceh.
(apa)
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