Kein Ende der Gewalt im Irak erwartet: Schiitenführer Al Sadr will weiter kämpfen
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Der radikale irakische Schiiten-Führer Al Sadr will seinen Widerstand auch unter der neuen Übergangsregierung nicht aufgeben. In einer am Sonntag von seinem Büro in Najaf verbreiteten Erklärung bezeichnete er die Interimsregierung von Ministerpräsident Allawi als "illegitim". Unterdessen wurde in Basra ein irakisches Regierungsgebäude mit Raketen beschossen. Laut Polizei verfehlten die Geschosse ihr Ziel aber und trafen nahe gelegene Wohnhäuser. Acht Menschen sind dabei verletzt worden.
"Wir geloben dem irakischen Volk und der Welt, dass wir den Widerstand gegen Unterdrückung und Besatzung bis zum letzten Blutstropfen fortsetzen werden", hieß es in der Erklärung Al Sadrs. Noch am 12. Juni hatte Sadr Dialogbereitschaft mit der neuen Regierung signalisiert, die am Montag voriger Woche die Macht von der amerikanischen Zivilverwaltung übernommen hat. "Ich unterstütze die neue Übergangsregierung", erklärte er vor drei Wochen. Er sei zu einem Dialog bereit, wenn sie auf ein Ende der US-Militärpräsenz hinarbeite.
In der neuen Erklärung hieß es nun, die gegenwärtige Regierung sei illegitim und illegal. "Wir fordern die völlige Souveränität und Unabhängigkeit mittels ehrlicher Wahlen." Wenige Stunden zuvor hatte Allawi im amerikanischen Fernsehsender ABC noch gesagt, er habe sich mit einer Abordnung Sadrs getroffen, die zur Vermittlung bereit sei.
In der zentralirakischen Stadt Kut hat die Polizei unterdessen ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug abgefangen. "Der Wagen hatte 157 Kilogramm Sprengstoff, vier Zündsysteme, zwei Panzerabwehrraketen und 24 Schlagbolzen für Mörsergranaten an Bord", sagte ein Polizist der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag. Das Fahrzeug sei in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten angemeldet.
(apa)
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