Diskussionen um Lob & Kritik: Busek für differenzierte Beurteilung Klestils!
- Busek plädiert für einen "normalen Mittelweg" und "gegen Extreme" in der Bewertung
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Der frühere Vizekanzler und ÖVP-Obmann Erhard Busek hat sich am Samstag für eine differenzierte Beurteilung der Leistungen des verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil ausgesprochen. "Im Journal zu Gast" plädierte Busek für einen "normalen Mittelweg" und "gegen Extreme" in der Bewertung.
In diesem Sinne lobte er, dass Klestil Österreich einerseits ausgezeichnet nach außen vertreten habe. Gleichzeitig äußerte er sich aber kritisch über die von Klestil angestrebte aktive Rolle und darüber, dass er selbst seine privaten Angelegenheiten in die Medien gebracht habe. Wörtlich sprach Busek von einer "Vorzimmer- bis Schlafzimmerberichterstattung", die dem Amt "nicht gut getan" habe.
Er habe Klestil davor gewarnt, seine privaten Angelegenheiten von sich aus in die Medien zu tragen. Und Klestil habe dafür auch "einen Preis gezahlt", der "ihn selbst betroffen gemacht hat", sagte Busek. Klestil sei auch "quasi an gebrochenem Herzen gestorben".
Auch vor der von Klestil versprochenen aktiven Rolle als Bundespräsident habe er ihn schon im Wahlkampf 1992 gewarnt, sagte Busek. Klestil habe aber gemeint, dass diese Rolle dem Bundespräsidenten zustünde. Auch der damalige SP-Bundeskanzler Franz Vranitzky, der in der Zeit Kurt Waldheims als "Ersatz- Bundespräsident" fungiert habe, habe sich nicht leicht damit getan, dem Bundespräsidenten wieder den Raum zu geben, den er laut Verfassung hat.
Im Zusammenhang mit der Bildung der schwarz-blauen Regierung im Jahr 2000 meinte Busek, Klestil habe damals den Eindruck gehabt, dass er "die Stimme des Volkes und der Medien" vertrete. Vorwürfe, dass Klestil an den Sanktionen der EU-14 gegen Österreich beteiligt gewesen sei, wies Busek zurück. Dass Klestil nicht für diese Regierung gewesen sei, "ist bekannt, alles andere ist Mystik". (apa/red)
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