Freitag, 9. Juli 2004

Enorme Sicherheitsvorkehrungen: Rund 1.000 Mann sind am Samstag im Einsatz

  • Sicherheitseinsatz beginnt bereits am Flughafen
  • Nur Teil-Sperre, damit das Volk Abschied nehmen kann

Das Staatsbegräbnis für Bundespräsident Thomas Klestil stellt für die Polizeikräfte eine enorme Herausforderung dar. Bereits Freitagnachmittag werden die ersten Staatsgäste am Flughafen Wien-Schwechat erwartet, sagte Oberstleutnant Rudolf Gollia vom Innenministerium am Freitag der APA. Das bedeutet auch für die Schwechater Polizeidirektion einen hohen Aufwand, wie Direktor Leo Lauber bestätigte.

Die Sicherung am Flugfeld bis zur Abfahrt des Konvois sei an sich nichts Neues, sagte Lauber. "Das Besondere ist die Konzentration. So viele Staatsoberhäupter und Monarchen haben wir ganz, ganz selten." Die Schwechater Polizeidirektion setze alle Mitarbeiter ein, die sie habe. Die gute Zusammenarbeit mit dem Wiener Flughafen helfe dabei.

Die ersten Voraus-Delegationen wurden für Freitagnachmittag erwartet. Die Schwechater Polizeikräfte sind ab der Landung bis zur Abfahrt der Konvois vom Flughafen nach Wien zuständig.

Dann übernehmen die Wiener Beamten sowie die Kräfte des Innenministeriums. In deren Bereich sind voraussichtlich rund 1.000 Mitarbeiter im Einsatz, 100 allein von der Verkehrsabteilung, wie deren Chef Oberst Karl Wammerl der APA sagte.

Zunächst geht es natürlich um den Personen- und Objektschutz bei den Hotels, Botschaften und Residenzen. Höchste Sicherheitsstufen genießen vor allem die Vertreter Russlands - Präsident Wladimir Putin soll am Samstag eintreffen -, Italiens Präsident Carlo Azeglio Ciampi, die Delegation Spaniens (wobei noch nicht klar war, wer das sein wird), Polens Staatspräsident Aleksander Kwasniewski sowie die Delegationen aus dem Nahen Osten. Informell war beispielsweise zu erfahren, dass sich aus Jordanien König Abdullah II. angesagt hat. Wer die Delegation Israels anführen wird, war nicht klar - man ging aber davon aus, dass eine kommen wird.

Die Koordination aller angesagten Trauergäste erfordere ein sehr hohes Maß an Koordination, sagte Gollia. Die Gäste müssten auf die Sekunde genau an den jeweiligen Schauplätzen eintreffen. Bisher sind Sicherheitswachebeamte aus allen Wiener Bezirken, Kriminalbeamte und Sondereinheiten wie die WEGA abgestellt. Dazu kommen die Kräfte des Landesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT) sowie des Einsatzkommandos Cobra. "Ein Höchstmaß an Flexibilität ist verlangt", erklärte Gollia.

Am Samstag selbst wird es kaum Sperren geben, sagte Wammerl. Um 13.00 Uhr wird der Sarg Klestils nach dem Requiem im Stephansdom in den Wagen geladen und dann über die Rotenturmstraße zum Franz-Josefs-Kai gefahren. Für diesen Zeitraum wird die Rotenturmstraße gesperrt. Die weitere Route führt über den Ring, den Schwarzenbergplatz, den Rennweg und die Simmeringer Hauptstraße zum Tor zwei des Zentralfriedhofs.

Das letzte Geleit von Bundespräsident Klestil wird der Chef der Elite-Einheit der "Weißen Mäuse", Chefinspektor Robert Schwarz, anführen. Elf weiße Honda-Maschinen werden den Trauerzug begleiten, vorne, auf der Seite und dahinter.

Am Zentralfriedhof selbst muss die Polizei einen Kompromiss zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Staatsgäste und dem Wunsch der Bevölkerung, sich von ihrem Staatsoberhaupt zu verabschieden, eingehen. "Schließlich wollen die Bürger ihrem gewählten Präsidenten die letzte Ehre erweisen", sagte Gollia. (apa)

9.7.2004 08:21