Trauer um Thomas Klestil - WK-Chef Leitl: Wirtschaft hat "guten Freund verloren"
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Vertreter der Wirtschaft, der Industrie, der Landwirtschaft und der Gewerkschaften trauern um den verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil als Politiker, der stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen gehabt habe. Klestil sei ein "überzeugter Europäer" gewesen, ein christlich-sozialer Politiker, der auch die Sorgen der Menschen ernst genommen habe, hieß es in Aussendungen der Sozialpartner-Spitzen. Tiefe Betroffenheit und Trauer geht aus allen Kondolenzen hervor.
Der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, betonte Mittwochvormittag, dass "Österreichs Wirtschaft einen guten Freund verloren" habe. Die Sozialpartnerschaft sei für Klestil ein "unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftspolitischen Lebens" gewesen. Österreichs Betriebe im Ausland hätten einen "sehr wichtigen Mithelfer und Mitstreiter im Ausland" verloren. Österreich verliere nicht nur einen "großen Bundespräsidenten, sondern auch einen wichtigen internationalen Türöffner für die österreichische Wirtschaft. Abgesehen von den exzellenten politischen Kontakten und seinem erfolgreichen Wirken für unser Land, verliere ich persönlich mit Thomas Klestil einen stets aufgeschlossenen Gesprächspartner und Freund und spreche seiner Familie mein tiefstes Beileid aus", so Leitl.
IV-Präsident Veit Sorger
Auch die österreichische Industrie würdigt Klestil als überzeugten Europäer, der sich insbesondere große und nachhaltige Verdienste um die mitteleuropäischen Nachbarschaftsbeziehungen erworben hat: "Bundespräsident Dr. Thomas Klestil hat als überzeugter Europäer Österreichs Weg nach Europa proaktiv mitbegleitet. Darüber hinaus hat er zu unseren wichtigen Wirtschaftspartnern in Mittel- und Osteuropa politische Brücken gebaut. Diese sind nun in der europäischen Zusammenarbeit von großer Bedeutung. Für die österreichische Industrie war er ein wichtiger Partner und Promotor in den Exportbemühungen", betont der Präsident der Industriellenvereinigung, Veit Sorger. "Die österreichische Industrie ist zutiefst betroffen über das Ableben des Bundespräsidenten, die Anteilnahme gilt seiner Familie."
AK-Präsident Herbert Tumpel
AK-Präsident Herbert Tumpel hob hervor, dass für den Verstorbenen die Sozialpartnerschaft immer ein unverzichtbarer Bestandteil des gesellschaftspolitischen Lebens in Österreich gewesen sei. Er sei daher stets dafür eingetreten, dass die Regierung auf die Sozialpartner hört und habe als Bundespräsident ein offenes Ohr für die Anliegen und Probleme der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Österreich gezeigt.
Landwirtschaftskammern
Die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern Österreichs erklärte in ihrer Kondolenz, dass für den Verstorbenen die Anliegen des ländlichen Raumes von besonderer Bedeutung gewesen seien. "Die Landwirtschaftskammern Österreichs danken dem Bundespräsidenten für sein Engagement im In- und Ausland, mit dem er sich für die heimische Land- und Forstwirtschaft eingesetzt hat", betonte der Vorsitzende Rudolf Schwarzböck in einer Aussendung.
ÖAAB-Obmann Fritz Neugebauer
"Mit Dr. Thomas Klestil verliert Österreich einen international anerkannten Staatsmann und Diplomaten, der bis zur letzten Sekunde seinem Land und den Menschen mit bestem Wissen und Gewissen gedient hat", sagte ÖAAB-Bundesobmann Abg. Fritz Neugebauer. "Thomas Klestil war ein Bundespräsident des Volkes, der die Sorgen und Ängste der Menschen kannte und ernst nahm."
ÖGB-Vize Karl Klein
Namens der Fraktion Christlicher Gewerkschafter im ÖGB würdigte ÖGB-Vizepräsident Karl Klein die Verdienste des verstorbenen Bundespräsidenten. "Trotz seiner steilen Karriere, die ihn zum höchsten Amt der Republik führte, hat Dr. Klestil seine christlich-sozialen Wurzeln nie vergessen", so Klein. (apa/red)
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