Trauer um Bundespräsident Klestil: ÖVP
"tief betroffen vom viel zu frühen Tod"
- Schüssel: Österreich hat "große Persönlichkeit verloren". Ferrero würdigt "überzeugten Österreicher und Europäer"
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Tiefe Trauer um Bundespräsident Thomas Klestil. Bundeskanzler Schüssel (V) in einer ersten Reaktion: Mit Klestil habe Österreich eine "große Persönlichkeit, einen überzeugten Österreicher und Europäer verloren. Ganz Österreich trauert um ihn." Nationalratspräsident Khol selbst zeigte sich "tief betroffen vom viel zu frühen Tod des Herrn Bundespräsidenten. Und Verteidigungsminister Platter in einer ersten Stellungnahme: Das Heer verliert mit Klestil einen starken Fürsprecher.
Bundeskanzler Schüssel (V): Klestil "war eine starke Stimme für ein selbstbewusstes Österreich in einem weltoffenen Europa", seine Beziehungen vor allem zu den Nachbarländern seien eine wichtige Voraussetzung für die Wiedervereinigung Europas gewesen, betonte Schüssel. Als Vertreter Österreichs in den USA und bei den Vereinten Nationen habe er für Österreich große Erfolge erreicht und seine vielen internationalen Kontakte stets im Dienst unseres Landes gepflegt. Schüssel betonte seine Anteilnahme für die Familie Klestils. Österreich habe eine große Persönlichkeit verloren. "Wir trauern mit der Familie".
Nationalratspräsident Khol
Khol zeigte sich "tief betroffen vom viel zu frühen Tod des Herrn Bundespräsidenten". Im Namen der Republik drückte er der Familie sein tiefstes Mitgefühl aus. "In dieser schweren Stunde sind unsere Gedanken bei der Familie von Dr. Thomas Klestil. Wir alle sind tief erschüttert. Das ganze Land nimmt Anteil am menschlichen Schicksal unseres Herrn Bundespräsidenten." ... "Die Republik Österreich ist Dr. Thomas Klestil zu großem Dank verpflichtet. Er hat bis zuletzt mit aller Kraft für Österreich und für die Menschen in unserem Land gearbeitet. Sein gesamtes berufliches Wirken stellte er in den Dienst Österreichs. Zuerst als Diplomat, dann als Spitzenpolitiker. Er hat maßgebend dazu beigetragen, Österreich in der Europäischen Union zu verankern. Heute nimmt Österreich eine Spitzenposition in Europa ein. Unser Land ist in seiner Amtszeit stärker und besser geworden. Im Namen der Republik möchte ich Ihm dafür Hochachtung und Dank aussprechen." Abschließend betonte der Nationalratspräsident: "Österreich hat einen großen Politiker verloren. Er wird uns als der Staatsmann Dr. Thomas Klestil in Erinnerung bleiben."
Außenministerin Ferrero-Waldner
Als "überzeugten Österreicher und Europäer", der vor allem in Mitteleuropa - etwa durch die Initiierung des zentraleuropäischen Präsidententreffens - Akzente gesetzt habe, würdigte Außenministerin Benita Ferrero-Waldner (V) Thomas Klestil. Sie hatte sich um die Nachfolge Klestils beworben und unterlag bei der Wahl am 25. April gegen Heinz Fischer (S). Zwischen Klestil und Ferrero-Waldner hatte es in den letzten Jahren wiederholt Misstöne in Sachen Reisediplomatie gegeben.
Ferrero-Waldner sprach der Familie Klestils ihr "aufrichtiges Beileid" aus. "Besonders traurig ist es, dass Bundespräsident Klestil unmittelbar vor dem Ende seiner Amtszeit verstorben ist und wir ihm unsere abschließende Anerkennung und den offiziellen Dank der Republik für sein Wirken nicht mehr persönlich aussprechen können", meinte sie in einer Aussendung.
Verteidigungsminister Günter Platter
"Tief betroffen" äußerte sich Mittwochnacht auch der Verteidigungsminister Günter Platter (V). Das Bundesheer verliere mit Klestil - der als Bundespräsident auch Oberbefehlshaber des Heeres war - einen starken Fürsprecher für ein zukunftsorientiertes Heer. Er habe in Klestil "immer einen ausgezeichneten Ideengeber und Ansprechpartner in allen Fragen der Verteidigungspolitik gehabt", so Platter. "Das österreichische Bundesheer hatte mit dem Oberbefehlshaber Dr. Thomas Klestil stets hervorragendes Einvernehmen", Klestil sei dem Heer "sehr eng verbunden" gewesen, betonte Platter. "Sein Ableben so kurz vor der Amtsübergabe ist besonders tragisch." Im Gedenken an Klestil werden in allen Kasernen Österreichs die Fahnen auf Halbmast gesetzt.
Stenzel: Klestil war hoch angesehener Europapolitiker
anteilnahme drückte ÖVP-Delegationsleiterin Ursula Stenzel namens der ÖVP-Delegation im Europaparlament aus. Stenzel bezeichnete Klestil als "wichtigen und hoch angesehenen Europapolitiker, der immer ein starker Befürworter der Erweiterung war und Österreichs Position in Europa gestärkt hat". Es sei äußerst bedauerlich, dass das Ende seiner Amtsperiode mit dem Ende des Lebens zusammenfalle. Das überdecke alles und sei an Dramatik nicht überbietbar. Für Stenzel bleibt von Klestil vor allem auch sein "absolut überzeugendes und überzeugtes Eintreten für das geeinte Europa". Sie habe ihn nicht nur als leidenschaftlichen Verfechter der Europa-Idee schätzen gelernt. Insbesondere Initiativen wie jene der Oktogonale haben Klestil als bemerkenswerten und aufgeschlossen Europäer und Mitteleuropäer ausgewiesen. Das habe auch den Wert und die Stellung Österreichs in Europa gefestigt und gestärkt.
EU-Kommisar Franz Fischler
EU-Agrarkommissar Franz Fischler hat den verstorbenen Bundespräsidenten Thomas Klestil als "Europäer der ersten Stunde" gewürdigt. "Österreich verliert einen Bundespräsidenten mit viel Engagement und Herz. Europa verliert einen überzeugten Europäer", sagte Fischler am Mittwoch nach Angaben seines Sprechers Gregor Kreuzhuber am Rande der Studientagung der Europäischen Volkspartei (EVP) in Budapest. Fischler erinnerte daran, dass Klestil mit seinem Einsatz viel zum EU-Beitritt Österreichs und zur EU-Erweiterung beigetragen habe.
(apa/red)
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